Paul Spiegel – ein Düsseldorfer reißt eine große Lücke

April 30, 2006

Paul Spiegel und Justus Frantz.jpg

Paul Spiegel, Justus Frantz nach dem Januar-Konzert in der Tonhalle

Die Nachricht heute Morgen war ein Schock. Man wußte, dass er schwer krank war, hat Genesungswünsche geschickt. Hat gehört, es ginge ihm von Tag zu Tag “ein ganz klein wenig besser”. Man hat immer wieder an ihn gedacht, wie an einen engen Verwandten. Und jetzt hat er uns verlassen. Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrats der Juden, wurde nur 68 Jahre alt. Ich hatte die Freude, ihn noch im Januar zu erleben, bei einem Empfang nach dem Konzert von Justus Frantz und der Philharmonie der Nationen in der Tonhalle. Wir kannten uns gut 30 Jahre und erinnerten uns an Lebensstationen. Er war all das, was man in den ersten Würdigungen seiner Person lesen kann, bei stern online, auf tagesschau.de, zdf.de, Die Welt und in vielen anderen Artikeln im Internet. Für mich war er ein stets freundlicher, sympathischer und vor allem menschlicher Mann, gesegnet mit einem großen Herzen und einem Charisma, dass ihn in der Sache stark machte, die er so überzeugend vertrat. Wir werden Paul Spiegel sehr vermissen. 

Düsseldorf Headlines

April 29, 2006

BILD: Riesenjubel auf der Affeninsel! Die Düsseldorfer Kultkneipe im Hafen darf bleiben / MONKEY’S ISLAND GERETTET

EXPRESS: Rückruf-Aktion der Bäckereikette Oehme / ALARM! METALLSPLITTER IN KÖRNERBRÖTCHEN / Eine defekte Maschine in der Backstube war schuld

NRZ: MEINUNG VERBOTEN! / Kultur – Wenn der neue Dezernent am Dienstag sein Amt antritt, trifft er auf ein Klima der Unterdrückung. Die Institutsleiter fürchten das Diktat von OB Joachim Erwin

RHEINISCHE POST: GRÜNE ROLLE FÜR DIE KÖ / Die Platanen geben zu viel Schatten, deshalb wächst kein Rasen am Kö-Graben. Nun bekommen Test-Halme im Rahmen eines Feldversuchs eine neue Chance – mit Bewässerung und Rollrasen. Hat das Grün eine Zukunft?

WZ Düsseldorfer Nachrichten: MADONNA: ERLÖSUNG FÜR DIE ERSTEN / Gestern wurden die Tickets für das Konzert des Superstars verkauft. Einige Fans standen bis zu sieben Stunden an. Im Internet funktionierte gar nichts.

Hinweis: Zeitungen in alphabetischer Reihenfolge – eigentliche Headline in Versalien

Düsseldorfer Agentur Ogilvy: Magersuchtgürtel an Karl Lagerfeld

April 29, 2006

Magersucht.jpg

Catrin Farrenschon und Eva Bender gebührt das Lob für eine geniale Idee. Gemeinsam mit der Website www.magersucht.de schicken die Kreativen der Düsseldorfer Werberei Ogilvy & Mather (das sind die mit der preisgekrönten Dove-Werbung, die mit leicht molligen Models daherkam) einen Magersucht-Gürtel an Modemacher und Chefredakteure und Chefredakteurinnen von Modezeitschriften. Jedes Einsteckloch ist gekennzeichnet mit dem Namen einer Kollektion. Die Löcher sollen den Leidensweg von Magersüchtigen demonstrieren. Von Kollektion zu Kollektion wird der Gürtel enger, am Ende ist ein Kreuz eingestanzt. Geniale Aktion – erstens als Begleiteffekt für Dove, zweitens weil Magersucht ein Problem ist – jährlich sterben über 60.000 Menschen daran.

LTU: Wöhrl gibt Anteile an Chef Marbach ab – Mitarbeitern drohen massive Gehaltseinbußen

April 29, 2006

LTU Flieger.jpg 

Airbus A 330-200 – der neue Jet wurde gerade geliefert / Foto: LTU

Mit markigem Kampfruf gegen die Lufthansa hatte Hans-Rudolf Wöhrl, Modemann und Inhaber der Fluggesellschaft dba, erst vor einigen Wochen die Mehrheit an unserer LTU übernommen. REWE hatte seinerzeit einen symbolischen Franken für die Übernahme der Swissair-Anteile der LTU gezahlt. Ob Wöhrl mehr als einen Euro hinlegen mußte, ist nicht bekannt. Michael Machatschke, Kenner der Szene, schreibt im aktuellen MANAGER MAGAZIN jedenfalls: “Wieder wurde Wöhrl eine Airline gleichsam geschenkt”. Es besteht auch kein Grund zu der Annahme, dass Wöhrl in LTU investiert hätte. Jetzt hat der sympathische Modemann, der gern seinen grünen dba-Pin am Revers trägt und dazu die farblich passende Krawatte, die Mehrheit wieder abgegeben. Jürgen Marbach, Sprecher der Geschäftsführung, übernahm, wie gestern bekannt gegeben wurde, 24 Prozent der Anteile der “LoMa Beteiligungsgesellschaft mbH”, ein Gebilde, das gewissermaßen als LTU-Stützstrumpf gestrickt wurde. Einzelheiten darüber und ein interessanter Abriss über die letzten stürmischen Jahre der LTU u.a. in der ausführlichen Entscheidung der EU-Kommission über die Rechtmäßigkeit der “Rettungsbeihilfe” von 120 Mio. Euro in Form einer Landesbürgschaft NRW, die 2001 gewährt wurde. Jürgen Marbach hält die 24 Prozent an der LTU über die ”Marbach Beteiligung und Consulting GmbH”, Meerbusch. Weitere 40 Prozent liegen laut LTU-Mitteilung weiter bei der REWE Zentralfinanz e.G. in Köln, während Modemann Wöhrl über die Intro Verwaltungs GmbH, Nürnberg, nur noch 36 Prozent kontrolliert. Die 2700 LTU-Mitarbeiter (lt. LTU-Website), so wurde zeitgleich bekanntgegeben, sollen ein Kostensenkungsprogramm “mit vorübergehenden Gehaltskürzungen” mittragen, das noch mit den Tarifparteien verhandelt werde. Die flügellahme LTU, die unter ihren Verbindlichkeiten leidet, will damit ihr Ergebnis in diesem Jahr um 45 Mio. Euro verbessern. Zu einem Drittel soll die Summe laut einem Bericht der Welt bei den Personalkosten eingespart werden. Das wären – theoretisch betrachtet – durchschnittlich für jeden der 2700 LTU-Mitarbeiter 5555 Euro im verbleibenden Restjahr und immerhin 694 Euro pro Monat. Einsparungen durch Outsourcing der IT (lt. WZ geplant) und weitere Abgänge durch Kündigungen oder Entlassungen wären beeinflussende Effekte. Stellt sich die Frage, wie leidensfähig sich das LTU-Personal zeigt. Ob die 15-Mio-Einsparung beim Personal gelingt und wie die restlichen 30 Mio. zusammen kommen, darauf darf man gespannt sein. Die Rahmenbedingungen – alles andere als erfreulich für LTU. Die große und strategisch wachsende Air Berlin (13,5 Mio. Passagiere) bekommt aktuell durch den Börsengang einige hundert Millionen Euro in die Kasse gespült und wird gestärkt, während die Lufthansa gerade die Ärmel aufkrempelt und im Kampf gegen deutsche Mitbewerber massiv die Ticketpreise senkt. Das MANAGER MAGAZIN: “Der gebeutelten Touristen-Airline fehlt fast alles zum Erfolg: die Kosten sind zu hoch, das Management wirkt überfordert, das Geschäftsmodell veraltet. Auf den so genannten Warmwasserstrecken, den Routen zu den Stränden am Mittelmeer und im Atlantik, dominieren längst andere, ganz vorneweg Air Berlin. Bei Langstreckenflügen, etwa nach new York, tritt LTU gegen die klassischen Liniengesellschaften an, die in der Bretterklasse immer ein paar billige Sitze übrig haben”.  

Tanz in den Mai

April 28, 2006

1.) „Schlüssel“ wählt „Maikönigin“

Tolle Chance für alle, die an einer Model-Karriere interessiert sind: Die traditionsreiche Hausbrauerei „Zum Schlüssel“ in der Düsseldorfer Altstadt (Bolkerstraße 41-47) wählt am 30. April wieder die „Maikönigin“. Eine prominent besetzte Jury entscheidet am Sonntag (ab 19 Uhr), welche der Bewerberinnen das „Schlüssel“-Diadem der Maikönigin und zwei Air Berlin-Flüge nach Palma de Mallorca bekommt. Moderiert wird die Wahl von Antenne-Düsseldorf-Moderator Christian Zeelen. Vielleicht das Wichtigste am Sieg: die Gewinnerin wird auf model.de ganz prominent vorgestellt. Außerdem werden die ersten Drei zu einem Top-Event am Tag vor der Eröffnung der Modemesse CPD eingeladen. Die „Maikönigin“-Jury: RTL-Star Rainer Goernemann („Hinter Gittern“ http://www.rainer-goernemann.de ), Bildhauer und Kommunikationsdesigner Jacques Tilly (http://www.sculpturepark.de ), TV-Dino Jean Pütz (http://www.jean-puetz.net) und Angela Erwin, Präsidentin der Venetien.

 

2.) Mai-Powerday

Das Tribehouse öffnet entgegen der Tradition schon am Sonntag seine Tore. Gefeiert wird leider nicht wie geplant an der Neusser Kiesgrube sondern von 12 Uhr mittags bis 5 Uhr morgens im Tribehouse auf der Bockholtstr. 102-104. Das Lineup kann sich sehen lassen, auch ohne Sonnenschein wird der Tanz in den Mai dank den Turntable Rockern, Moonbootica, Phil Fuldner, Rocky Grolle, Superlounge und Alexander Bongardt ein Event mit Spassgarantie.

 

3.) NOH-Party in der Nachtresidenz

Stefan Hollenberg feiert dieses Jahr mit seiner NOH-Crew in der Düsseldorfer Nachresidenz. Das Lineup: Daniel Sampaa, Tsiano Merra, Eniac,Incognito, Isaan, Andry Nalin sowie Star-DJ Pipi.

 

4.) Harbour Open

Die Hafenclubs harpune und 3001 haben sich mal wieder zusammengeschmissen. Ab 23 Uhr gibt’s wieder 10 DJ’s für einen Eintrittspreis. Während das 3001 mit den Boogie Pimps, Tapesh und Plastik Funk ein Line-Up der Extraklasse für alle House-Freunde bietet, geht’s in der harpune natürlich ein wenig minimaler zur Sache. Herbert Boese wird mit seinem jacking Oldschool-Mix begeistern, Hello Repeat-Labelmacher Jan Krüger wird sicher die ein oder andere Promo seiner neuen Acts präsentieren, Andre Crom wird seine neuesten Eigenproduktionen spielen und Lahib Alekozei mit minimalem Techhouse rocken.

Euer Onkel Oberbilk

 

Düsseldorf Headlines

April 28, 2006

BILD: FIESER HOLLAND KÄFER FRIßT UNSERE WOHNUNGEN KAPUTT / Alarm in NRW! Sofas, Kleider, Teppiche – nichts ist vor dem Insekt sicher

EXPRESS: Justiz ermittelt gegen Aufsichtsrat der Rheinbahn / ÜBERSTUNDEN EINFACH ERFUNDEN?

NRZ: DER GEFÄHRLICHSTE TUNNEL / ADAC-Test - Lange Mängelliste für die Röhre an der Uni. Bei einem Brand weisen keine Schilder ins Freie.

RHEINISCHE POST: ADAC: UNI-TUNNEL GEFÄHRLICH / Der Automobil-Club hat einmal mehr Tunnel in Europa unter die Lupe genommen. Die Röhre der A 46 schnitt von den acht getesteten deutschen Unterführungen wegen Sicherheitsmängeln am schlechtesten ab.

WZ Düsseldorfer Nachrichten: DÜSSELDORF HAT EINE NEUE “ANGSTRÖHRE” / Erst entdeckte der ADAC Sicherheitsmängel im Rheinufertunnel, jetzt wurden die Autobahnröhren getestet. Urtel: Bedenklich. 

Hinweis: Zeitungen in alphabetischer Reihenfolge – eigentliche Headline in Versalien

Lange nicht mehr bei Meuser gewesen…

April 27, 2006

Bierhaus.jpg 

 … und habe es wieder mal voll genossen. Niederkassels volkstümliches Lokal mit Tradition (das Haus stammt von 1641) ist immer wieder einen Besuch wert. Delikat der Speckpfannkuchen (12 Euro), den allerdings nur wirklich Hungrige bestellen sollten. Für den normalen Appetit tut’s auch ein halber. Dazu ein leckeres Schlüssel Alt (1,40 Euro). Seit dem letzten Wochenende hat Familie Meuser auch die Spargelsaison eröffnet. Tipp: Gehen Sie mal wieder hin.

 

Victory Town: Rauf auf’s Treppchen – bundesweit Bronze

April 27, 2006

Promenade.jpg 

Düsseldorf – Stadt mit Lebensqualität

Düsseldorf, die Stadt im Aufwind – wieder good news für Victory Town. Die groß angelegte Studie “Perspektive Deutschland” der Unternehmensberatung McKinsey, getragen vom Magazin Stern, dem ZDF und WEB.DE, hat ermittelt: Nach Stuttgart und München liegt Düsseldorf (gemeinsam mit Hamburg ) jetzt als Aufsteiger auf Platz 3 der beliebtesten Großstädte. Da es sich um die größte gesellschaftspolitische Online-Befragung der Welt handelt, wird OB Joachim Erwin sich darüber richtig freuen.Die Mehrheit der Deutschen fordert übrigens eine energische Modernisierung ihres Landes. Drei Viertel der Bundesbürger sind der Meinung, dass die Reformen der vergangenen Jahre nicht ausreichen. Große Einigkeit auch bei der Richtung der Veränderung:83 Prozent sprechen sich für eine bessere Belohnung von Leistung aus, 54 Prozent plädieren für weniger Staat mit einer stärkeren privaten Risikoabsicherung. Gleichzeitig wünscht sich der Großteil mehr sozialen Ausgleich und nimmt den Staat in den Bereichen Gesundheit, Rente und Bildung in die Pflicht. Insgesamt fühlen sich die Deutschen wohl in ihrem Land (61 Prozent) – am meisten im Süden. Die komplette Studie, die unter der Schirmherrschaft des Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker stand, können Sie hier nachlesen. Hier erfahren Sie, wie Deuschland denkt. Die Studie enthält für Düsseldorf übrigens auch einen Wermutstropfen. Düsseldorf belegt zwar Platz 3 unter 15 Großstädten bei der Frage nach der “heutigen Zufriedenheit”, allerdings nur Platz 5 bei der Frage nach der “erwarteten Zufriedenheit”, die sich auf die mittelfristigen Erfolgsaussichten bezieht.

Düsseldorf Headlines

April 27, 2006

BILD:  Diese Hure aus der Charlottenstrasse/ GEFESSELT, IM SEE ERTRÄNKT!

EXPRESS: Bierpreiserhöhung: Diese Wirte machen nicht mit / “UNSER ALT BLEIBT PREISWERT”

NRZ: KIRMES HINTER GITTERN / Sicherheit – Weil es Ostern auf dem Staufenplatz so viel Randale gab, wollen die Schausteller künftig einen Zaun um den Rummel ziehen und Eintritt kassieren. Eigene Polizeiwache geplant.

RHEINISCHE POST: WIR SIND DIE NEUEN LEHRER / An Düsseldorfs Schulen haben in den vergangenen zwei Jahren 100 Pädagogen ihren Dienst aufgenommen. Gestern wurden sie von OB Erwin empfangen und anschließend zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt geführt.

WZ Düsseldorfer Nachrichten: SCHERBENHAUS: WOHNEN MIT BLICK INS GRÜNE / Die Menschen, die im Hochhaus an der Kaiserstraße leben, müssen Monate mit den Sicherungsnetzen leben. Der Streit um die Fassade geht im Herbst vor Gericht.

Hinweis: Zeitungen in alphabetischer Reihenfolge – eigentliche Headline in Versalien

Unsere schöne KÖ – Tritonengruppe, ein Gruß aus dem Jahr 1907

April 26, 2006

KOE_3.jpg 

Die Tritonengruppe, für Postkartenhersteller schon immer ein Motiv

Unsere Vorstellung der Kö anhand alter Postkarten von unserer Lieblingsstraße setzen wir heute fort mit einer Postkarte aus dem Jahr 1907. Sie zeigt den Tritonenbrunnen und im Hintergrund eine Straßenbahn, die seit 1899 gebaut wurde, wie die Rheinbahn weiß. Die Rückseite trägt den Aufdruck “Café Restaurant Palais, Graf-Adolf-Straße 46″. Gedruckt wurde sie von einem Verlag namens Ottmar Zieher in München. Adressat war eine gewisse Dame namens Juliane.

  Postkarte.jpg

 

Düsseldorfs Bettler rufen auf zur Großdemonstration an der Kö

April 26, 2006

Kommende Woche Donnerstag, am 4. Mai, wollen sich Düsseldorfs Bettler zum “1. Düsseldorfer Berbersymposion” treffen, schreibt heute die Westdeutsche Zeitung. Was ist ein Berbersymposion? Als Berber gilt ein Landstreicher, auch Saisonarbeiter, der rastlos und frei herumzieht, meistens der Sonne hinterher.  Symposion ist altgriechisch und bedeutet soviel wie ”zusammen einen trinken”. Die Versammlung, die uns am 4. Mai (11-17 Uhr, Diskussionen mit Lautsprecherwagen inklusive) an der Kö, Ecke Trinkausstraße ins Haus steht, wird jedoch wohl eher nicht von Berbern bestritten sondern von Bettlern, eine Bezeichnung, die jene Herren (und wenigen Damen) für sich wohl nicht reklamieren wollen. Getrunken wird dabei wohl auch nicht, eher lautstark demonstriert. Anschließend ist ein Umzug der Obdachlosen geplant. Es geht um die Verhinderung der Düsseldorfer Straßenordnung, deren Verlängerung zum Jahresende ansteht. Die Satzung untersagt “aggressives Betteln” und “Lagern in Personengruppen”. Eingeladen zu dem Bettelrummel haben die Fachhochschule (Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften), also die fortkeimende Zelle der Gutmenschenkultur, der Verein “fifty-fifty” und die Altstadt-Armenküche. Ich akzeptiere, dass es entwurzelte Menschen gibt, dass Menschen, oftmals unverschuldet, auf der Straße landen. Ich bin der Meinung, dass man diesen Menschen helfen sollte – mit psychologischer Beratung, Alkohol- und Drogen-Entziehungskuren und intelligenten Integrationsangeboten. Aber muss ich das gut finden, wenn ich an der Kö über Bettler steigen muss? Ich finde Ordnung auf der Straße gut, auch wenn das fürchterlich politisch unkorrekt ist. Joachim Erwins berühmter Ex-Kollege Rudolf Giuliani hat in New York gewaltige Erfolge erzielt, indem er gegen wütende Proteste der liberalen New Yorker das “Zero Tolerance”- (Nulltoleranz) Prinzip durchsetzte. Von den frühen 70ern bis Anfang der 90er war Kriminalität ein Megathema in New York City. New Yorker achteten sehr darauf, dass sie stets 20 bis 30 Dollar so genanntes “Mugger’s Money” (Räubergeld) in der Tasche hatten, damit sie nicht Opfer eines durchgeknallten Junkies wurden, dem sie kein Geld anbieten konnten. Giuliani duldete ab Amtsantritt kein Betteln, er ging offensiv gegen Graffity-Sprayer vor, verfolgte mit aller zulässigen Härte des Gesetzes Kleinkriminalität wie Taschenraub und ähnliches. Die Zahl der Polizisten in den Straßen erhöhte er deutlich. Die Proteste verebbten, New York City ist heute vergleichsweise sicher und Giulianii (seit 9/11 sowieso) ein Volksheld. Seine Bilanz: von 430.460 gemeldeten Kriminalitätsdelikten zu Beginn seiner Amtszeit ging die Zahl bis zum Jahr 2000 zurück auf 184.111. Die Zahl der Morde sank von 1.927 auf 671 pro Jahr. Giulianis Modell wurde in USA häufig kopiert, fand aber auch großes Interesse zum Beispiel in Mailand. Was das alles mit Bettlern zu tun hat? Betteln und auf der Straße herumzuliegen, saufend zu grölen, Passanten anzumachen, das mag nicht wirklich jeder. Und vielleicht gehört die Toleranz demgegenüber zur gleichen Geisteshaltung, die Graffiti nicht als Sachbeschädigung ansieht und Delikte wie SchwarzfahrenLadendiebstahl, Fahrradiebstahl etc. als “Kleinkriminalität” oder “Bagatelledelikte” sieht. Übrigens gab es letztes Jahr in Düsseldorf laut Polizeistatistik 3707 Fahrraddiebstähle, die man bei einer Aufklärungsquote von 5,58 Prozent auch relativ gefahrlos begehen kann.

 

Düsseldorf Headlines

April 26, 2006

BILD: Schluss mit dem Dauer-Stau / SIE SCHENKT UNS FREIE FAHRT / Hier verrät Düsseldorfs oberste Verkehrs-managerin, wie sie die Stadt mit Computern und Kameras vor dem drohenden Kollaps rettet

EXPRESS: Der “König” des Rummels verspricht: DIE TOLLSTE KIRMES ALLER ZEITEN / Das wird der Hammer: Ein Festival der Achterbahnen

NRZ: SCHERBEN STÜRZTEN AUF DIE STRASSE / Glasbruch: Im 17. Stock des 3-Cuben-Hauses zerbarst ein Fassaden-element. Vorwarnungen wurden ignoriert.

RHEINISCHE POST: FASSADEN-TEILE STÜRZTEN AB / Kaiserstraße: Fassaden-Teile eines Hochhauses sind gestern vom 17. Stock auf die Straße gestürzt

WZ Düsseldorfer Nachrichten: SCHLANGESTEHEN FÜR DIE KÖNIGIN DER SEXY MUSIK / Am Freitag um 9 Uhr beginnt der Vorverkauf für Madonna / In London waren die Karten in zehn Minuten ausverkauft

Hinweis: Zeitungen in alphabetischer Reihenfolge – eigentliche Headline in Versalien

Maria Guleghina – die Königin kommt

April 25, 2006

07pso1050745.jpg  

Sie gilt als die Königin der Großen Oper – Maria Guleghina ist am 11. Mai (19 Uhr) zu Gast in Düsseldorf. Der Weltstar ist auf allen großen Bühnen der Welt zu Hause, in der New Yorker Metropolitan Opera, dem Royal Opera House, dem Covent Garden, der Arena in Verona, der Mailänder Scala und weiteren Häusern. Die dramatischen Partien, wie Aida, Lady Macbeth, Norma oder Manon Lescaut, liegen ihr besonders am Herzen. Vor allem ihre Interpretation von Puccinis Tosca ist eine sängerische Meisterleistung. Der Opernstar, der auch “Cinderella aus Russland” genannt wird, ist Hauptattraktion der diesjährigen Operngala der Rheinoper, die diesmal in der Tonhalle stattfindet. Maria Guleghina nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der italienischen Oper. Auf dem Programm des Galakonzerts stehen Arien aus Norma, Macbeth, La Rondine, Manon Lescaut, Die Macht des Schicksals, Andrea Chenier, Nabucco und I vespri italiani. Die musikalische Leitung des Abends liegt in John Fiores bewährten Händen. Es spielen die Düsseldorfer Symphoniker. Weiterhin wirken Solisten und der Chor der Deutschen Oper am Rhein mit. Ticket-Hotline: 0211-8925211.

 

Morgen Eröffnung: Neuer Sushi-Tempel im Medienhafen

April 25, 2006

sushi.jpg 

Lange Tafel: “Sushi & Soul

Ein Sushi-Lokal im Kingsize-Format: Morgen eröffnet offiziell das „sushi + soul“ an der Hammer Straße 17. Die Inhaber haben Prominente wie Trainer Jörg Berger und Thomas Allofs sowie Ex-Harald Schmidt-Bandleader Helmut Zerlett eingeladen, um dem Fisch ein wenig Würze zu geben. Auch Trainer und Spieler von Fortuna Düsseldorf und Spieler der DEG METRO Stars dürfen umsonst schmausen. Der Sushi-Tempel, bei dem es Spaß machen wird, Fisch und Reis open air zwischen die Stäbchen zu klemmen, wurde acht Wochen lang umgebaut. Er bietet innen 250 Gästen Raum, außen finden 150 Sushi-Fans einen Platz an der Sonne. Besonderheit im Innenraum ist ein besonders großer kommunikationsfreundlicher Tisch. Traditionell geht es in den beiden kleineren “Tatami”-Räumen zu. Geschäftsführer sind Gunilla Hirschberger und Christian Herbst. ”Sushi & Soul” ist eine Kette, das erste Restaurant wurde 1999 in München eröffnet.

Victory Town – wieder ‘ne gute Nachricht: Mehr Übernachtungen & Tourismus-Treff

April 25, 2006

Nach Auffassung von OB Joachim Erwin “gibt es in Deutschland keine bessere Kulturregion als die Rheinschiene”. Ein Schelm, wer in diesem Statement nicht eine Anspielung auf die Wahl Essens als Kulturhauptstadt 2010 sieht. Nun, auf jeden Fall wurde bei einer Pressekonferenz von Alexander Leibkind, Geschäftsführer Düsseldorf Marketing und Tourismus, und der Deutschen Zentrale für Tourismus wieder einmal eine “Düsseldorf ist die Nr. 1″-Meldung verkündet: Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist Wachstumsmotor des Tourismus in Nordrhein-Westfalen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Übernachtungs-Statistik. Die Übernachtungen in Victory Town legten im letzten Jahr gegenüber 2004 um 6,1 Prozent zu. In diesem Jahr wird eine weitere kräftige Steigerung erwartet, da Düsseldorf zu den am besten gebuchten Städten zur Fußball-Weltmeisterschaft gehöre. Joachim Erwin: “Düsseldorf ist ein attraktives Ziel für Urlauber und Geschäftsreisende“. Alexander Leibkind stieß ins gleiche Horn: „Mit einem Mix aus Kultur, Kunst, Shopping und Sport-Events bieten wir ein einzigartiges Erlebnis-Programm.“ Im Mai richtet Düsseldorf den weltweit größten Workshop für den Deutschland-Tourismus aus. Der Germany Travel Mart (GTM) wird von der Deutschen Zentrale für Tourismus ins Leben gerufen und lockt 1500 internationale Fachleute in die Stadt.

Nächste Seite »