Düsseldorf im Rückspiegel: Vom Karmelitessen-Kloster zur Schlossufer-Residenz

April 9, 2007 by Dieter Jaeger 

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Karmelitessen-Kapelle, ein Kleinod Düsseldorfer Barockarchitektur - beleuchtet dank DUS Illuminated auf Initiative des Vorsitzenden Dr. Edmund Spohr 

Das Theresienhospital ist verkauft und die Schwestern vom Orden der „Töchter vom Heiligen Kreuz“, des bisherigen Besitzers, kehren endgültig heim in ihr Mutterhaus in Rees. Der Käufer, die Firma Engel-Canessa, die schon für das Stadttor im Hafen verantwortlich zeichnete, verspricht Großartiges an diesem Platz. Weniger wäre auch zu wenig für die älteste uns bekannte historische Stätte Düsseldorfs.

Das Theresienhospital entstand 1831 aus dem Kloster der Karmelitessen . Der Name geht auf Theresa von Avila zurück, die große Reformatorin des Ordens im 16. Jh.

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Die Heilige Theresa – nach einem Ölgemälde von Juan de la Miseria (1526)

1977 wurde aus dem Krankenhaus ein Altenheim. Blättern wir im Kalender der Stadt Düsseldorf um einige hundert Jahre zurück. 1634 zerstörte die Explosion des Pulverturms, der hier stand, 58 Altstadthäuser – ein Blitz war in den Turm eingeschlagen. Den frei gewordenen Platz reservierte der Großvater von Jan Wellem, Wolfgang Wilhelm, für den Orden der Karmelitessen.

Lambertuskirche und Kloster – in der Nähe von soviel Heiligkeit ist der Teufel nicht fern. Hatte er nicht den Turm von Lambertus ausreißen wollen aus Wut darüber, dass Düsseldorf im 17.Jh mit den vielen Klöstern wieder sehr katholisch geworden war! Die Drehung am Turm kann man ja bis heute sehen. Bestimmt hatte er auch bei der Explosion des Pulverturms seine Hand im Spiel. Damals war nur das Haus des “Dicken Schlüssel” stehen geblieben. Das machte den so verdächtig, dass man ihn lynchen wollte. Doch man sagt, er sei so dick gewesen, dass er nicht mehr durch die Haustür passte. Und man ließ ihn letztlich leben, weil er ja sowieso “des Teufels” war.

Auch die frommen Karmeliterinnen hatte der Teufel wohl in Versuchung geführt: Sie besaßen den einzigen Weinberg Düsseldorfs und verkauften den berühmten Likör Klosterfrau Melissengeist, der eigentlich nur zum Einreiben gedacht war… Teufelswerk, wer weiß, auch die Brandbombe, die in der Nacht vom 11. zum 12. Juni 1943 auf das Kloster fiel und es nahezu zerstörte. Engagierte Düsseldorfer wie Stadtkonservator Hans Maes und die Düsseldorfer Jonges sorgten für den Wiederaufbau.

Dieter Jaeger, Geschichtswerkstatt

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