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Düsseldorf im Rückspiegel: Copacabana am Stresemannplatz

April 13, 2007 by  

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Gartenkünstlerin Tita Giese verwandelt den Stresemannplatz in eine optische Oase

Es gab einmal eine sehr schöne Straße in Düsseldorf, die als Visitenkarte der Stadt galt: die 1890 eingeweihte Graf Adolf Straße. Sie führte vom neuen Hauptbahnhof zur Königsallee: eine Zierde der aufstrebenden Industriestadt, die verrücktesten Cafes, die aufwendigsten Restaurants, die aufregendsten Nachtclubs, die Strasse der neun Cinematographen, aber auch die Straße der modernsten Geschäfte, die stolz die Produkte der Stadt ( z. B. Werkzeugmaschinen) ausstellten. Das ist nun alles Geschichte – Peep shows, Beate Uhse, Billigketten, lärmender Verkehr, das kennzeichnet die Straße heute.

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Postkarte von 1911 – die Graf Adolfstraße, damals eine Zierde der Stadt

Sechs Straßen münden in den Stresemannplatz: alle schrecklich, am schrecklichsten die Strasse, die den Namen des frömmsten aller Düsseldorfer Maler trägt: Mintropstrasse. Theodor Mintrop malte immer Heilige und Madonnen. Unheilig geht es in seiner Strasse heute zu. Der Babystrich ist nicht weit. Nun versucht man, die Zeit zurückzudrehen. Ein Anfang war schon gemacht worden: neue Verkehrsführung, neue Fahrradwege, neue Haltestellen. Jetzt folgt der große Coup:  Copacabana am Stresemannplatz, latin feeling - 67 Yuccapalmen, nachts in goldenes Licht getaucht.  Geben wir dem Platz eine Chance!

1860 hieß es hier: „Am Tunnel“. Die Eisenbahn fuhr auf der jetzigen Graf Adolf Strasse auf vier Gleisen nach Wuppertal oder nach Berlin. Der Bahnhof lag am Graf Adolf Platz. Der Tunnel unter den Gleisen führte von der Bahn- zur Ellerstrasse. Unten: hastende Arbeiter auf dem Weg zur Maloche in Oberbilk,  oben: fauchende Lokomotiven. Nebenan: rauchende Schlote von acht großen Fabriken zwischen Oststraße und jetzigem Stresemannplatzplatz.   Es kann nur besser werden.

Dieter Jaeger

Kommentare

One Response to “Düsseldorf im Rückspiegel: Copacabana am Stresemannplatz”

  1. renate Sanders- Becker on Mai 27th, 2007 12:24

    Lieber Leser, habe den Bericht von der Graf Adolfstraße gefunden.Wer kann mir etwas über ein Fotoatelier Louis Frank,Graf Adolfstr.6,sagen, denn gestern bekam ich eine Fotographie meines Urgroßvaters geschenken. Dieses Foto wurde ca 1906 aufgenommen.
    Renate Sanders-Becker