Ein frohes Neues Jahr allen Lesern!

Dezember 31, 2007

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Feuerwerk in Düsseldorf am Rhein – im Hintergrund Düsseldorf-Oberkassel

Nachdem ich hier und hier und sonstwo gelesen habe, wie schädlich weil feinstaubträchtig das Abbrennen von Feuerwerk ist, habe ich entschieden, dass ich dieses Risiko auch heute erneut tragen und mich und andere entschlossen den aufgezeigten Gefahren aussetzen werde.

Ich freue mich, dass ich nicht in Paris lebe, wo man in diesem Jahr das Silvester-Feuerwerk verboten hat (weil im letzten Jahr Autos abgefackelt wurden). Und ich freue mich ganz besonders, dass ich nicht im Reich des durchgeknallten Brüsseler Bürgermeisters Freddy Thielemans zu Hause bin, der Böller und Raketen gleichfalls verbot, angeblich aus Terrorschutzgründen.

Lassen wir’s also fröhlich krachen!

Allen Lesern für das Neue Jahr Gesundheit und Zufriedenheit, im Privatleben wie im Beruf!

Was die Wirtschaft für 2008 will – damit es aufwärts geht

Dezember 31, 2007

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Die vier größten deutschen Wirtschaftsverbände haben sich auf einen Forderungskatalog an die Politik geeinigt.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sprechen sich einhellig gegen Mindestlöhne in Deutschland, für einen leichteren Zuzug hoch qualifizierter ausländischer Arbeitnehmer und für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken aus.

Hier der komplette Wunschzettel für 2008 an die Politik aus Bild.

“Hass auf mich und das Leben”

Dezember 31, 2007

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Christian Pfeiffer
Während sich der 76-jährige Rentner erstmalig nach der Münchner U-Bahn-Attacke zu dem Angriff durch die beiden Jugendlichen äußert (“Das war Hass auf mich und das Leben“) geht die politische Diskussion weiter.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries lehnte den Gedanken ab, Erziehungscamps für Jugendliche einzuführen – für sie ein “Verstoß gegen die Menschenrechte“. In einer Welt-Online-Leserumfrage mit fast 3000 Teilnehmern sprachen sich indes 64 % dafür aus, noch härter gegen jugendliche Straftäter vorzugehen.

Christian Pfeiffer, Chef des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und Lesern dieses Blogs bekannt, hält von einer Verschärfung des Jugendstrafrechts wenig, leuchtet aber den Hintergrund aus und macht auf andere Versäumnisse aufmerksam.

Zu erwarten ist, dass zwischen den Polen Populismus und und einem juristischen Laissez Faire die Politik kaum Wege finden wird, das Thema Jugendkriminalität bei Ausländern angemessen zu behandeln. Derzeit geht es ohnehin nicht um Lösungen sondern um Wahlkampf in Hessen, Niedersachsen und Hamburg.

Auch ohne tief in die Ursachenforschung einzusteigen, stellt sich jedoch Vielen die Frage, wie es angehen kann, dass jugendliche Straftäter, gleich ob mit ausländischem oder deutschem Hintergrund, mit einer ellenlangen Vorstrafenlatte herumlaufen dürfen, ohne dass der Staat im Interesse des Schutzes des Gemeinwesens die Muskeln spielen läßt.

Nachtrag: Aus München wird derweil ein neuer Überfall gemeldet.

USA: Höchster Blutzoll im Irak

Dezember 30, 2007

Für die amerikanischen Soldaten geht das bislang schlimmste Jahr seit der Invasion des Irak zu Ende. Mit Stichtag 29. Dezember 2007 haben seit dem Jahr 2003 3.901 US-Soldaten ihr Leben gelassen, berichtet Associated Press. Die New York Times schrieb im November von 852 gefallenen Soldaten allein in diesem Jahr.
Das britische Militär meldete 174 Tote, Italien 33. 18 Ukrainer, 21 Polen, 13 Bulgaren, elf Spanier, sieben Dänen fünf El Salvadorianer, vier Slowaken, drei Letten und jeweils zwei Esten, Niederländer, Thais und Rumänen ließen gleichfalls ihr Leben. Jeweils ein Opfer beklagten Australien, Ungarn, Kasachstan und Südkorea.
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Amerikanische Soldaten sichern eine Straße in Baqouba, 60 km nordöstlich von Bagdad

Parteien müssen punkten

Dezember 30, 2007

In vier Wochen sind Landtagswahlen in Niedersachsen, Hessen und Hamburg. Die Parteien brauchen Themen, müssen punkten. Insbesondere die SPD schlingert um die 25 Prozent Zustimmung, doch auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch droht Stimmenentzug.

Die Themen der SPD: Mindestlohn und Lohnerhöhungen für Alle.

Roland Koch hat die Ausländerkriminalität entdeckt und haut drauf, dass die Funken stieben. Bayerns Beckstein und Pofalla in der Parteizentrale sekundieren.

Was bringt mehr Punkte? Das vorgeblich soziale Fordern des Mindestlohns und das damit verbundene Profil-Nachschärfen auf Seiten der SPD oder die von der CDU betriebene Mobilisierung des Volkszorns anhand der hässlichen Straftaten krimineller Ausländerlümmel?

Tatort Gelsenkirchen: “Scheiß Deutscher” – erneuter Angriff eines jungen Ausländers – Roland Koch keilt gegen Kritiker

Dezember 30, 2007

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Während Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), gegen Kritiker seiner offenen Worte zur Kriminalität junger Ausländer keilt – siehe hier FAZ am Sonntag – bestätigt ein neuer Zwischenfall die Ernsthaftigkeit des Problems.

Wiederum mit den Worten “Scheiß Deutscher” stachen und traten junge Ausländer, der Täter soll ein etwa 18-jähriger Libanese sein, in Gelsenkirchen auf einen 38-jährigen Passanten ein.

Während der 76-jährige Rentner, der in München zusammengetreten worden war, auf das Rauchverbot in der U-Bahn aufmerksam gemacht hatte, bestand das “Vergehen” des Gelsenkircheners darin, die Begleiterin des mutmaßlichen Libanesen zu lange angeschaut zu haben.

Die jugendlichen Täter stahlen dem Gelsenkirchener 340 Euro, die EC-Karte sowie die persönlichen Papiere.

Ein noch gravierender Fall wurde aus dem hessischen Hanau gemeldet. Hier tötete ein 25-jähriger Türke eine 20-jährige Pakistanerin. Auch hier war ein Messer im Spiel.

Nachtrag: SpOn zum gleichen Thema mit Ausleuchtung des politischen Hintergrunds – vom Vorwurf des “brutalstmöglichen Populismus” der SPD bis zu Vorwürfen über die schlappe Haltung des Staates und die Verdrängung des Problems.

Weiter Wirbel um Benazir Bhuttos Ermordung

Dezember 30, 2007

Al Quaida dementiert, Benazir Bhutto ermordet zu haben und Vertraute der getöteten Präsidentschaftskandidatin weisen die Darstellung der Todesursache durch das Regime Musharraf vehement zurück.

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Der Mann mit Sonnenbrille links soll der Pistolenschütze sein – Foto: Reuters

Weiter Wirbel um die Ermordung der charismatischen Politikerin – Fotos und Infos auf SpOn.

“Tagesshow” seziert die ARD Tagesschau – “Wie man in 15 Minuten die Welt unbegreiflich macht”

Dezember 29, 2007

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Eine kürzlich durchgeführte Umfrage von TV Digital belegte, dass die Fernsehzuschauer die ARD-Tagesschau schlichtweg nicht kapieren. Jezt hat Autor Walter van Rossum in seinem Buch “Tagesshow” dem Informations-Dampfer der ARD eine publizistische Breitseite verpasst.

Der Kulturjournalist lästert über Wortschablonen und Bildersalat. Die Frankfurter Rundschau zitiert: “Wenn man sich das ganz akribisch anschaut, muss man einfach feststellen, dass da wahnsinnig viel Unsinn versendet wird.”

Die “Tagesthemen”-Kommentare nennt er laut FR “dümmlich”, “trostlos”, “pompös”.

Van Rossum fordert einen “anderen Nachrichtenbegriff”. Die Tagesschau solle mehr Einordnung und Analyse liefern, statt die Agenda der “totalitären Mitte” und die “geltenden Sprachregelungen” nachzubeten. “Die Aufregung bestünde darin zu versuchen, über eine Welt zu berichten, die nicht dazu gemacht ist, ein abfilmbares Ereignis zu sein”, erklärt van Rossum. “Das würde bedeuten, sich nicht bloß ständig von Pressekonferenz zu Pressekonferenz zu bewegen und das Mikro hinzuhalten. Diese gleichförmige, graue Suppe soll die Welt sein? So monochrom, so dämlich?”

Benazir Bhutto: Weder Schuss- noch Explosionswunden

Dezember 28, 2007

Daily Mail dokumentiert es mit einer Reihe von Fotos und Röntgenaufnahmen: Benazir Bhutto starb weder durch Kugeln, wie gemeldet wurde noch direkt durch die durch den Selbstmordattentäter ausgelöste Explosion – sie erlitt offensichtlich eine tödliche Schädelfraktur, als sie sich ruckartig in den Wagen zurückziehen wollte und dabei gegen den Rand des offenen Sonnendaches prallte. Alle Details hier.

Während dies bekannt wurde, trauern Millionen in Pakistan um die verstorbene Politikerin. Bei teils gewalttätigen Demonstrationen gegen das Regime kamen 23 Menschen zu Tode. Laut welt online hat sich Al Quaida zu dem Anschlag auf Bhutto bekannt.

Nachtrag: Al Quaida dementiert Beteiligung am Attentat.
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Frauen trauern vor einem Porträt Benazir Bhuttos

Düsseldorfs Stadtverwaltung: Rauchverbot ab 1. Januar

Dezember 28, 2007

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In allen städtischen Gebäuden und Einrichtungen gilt ab dem 1. Januar 2008 ein striktes Rauchverbot. OB Joachim Erwin:  “Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unserer Kunden hat für mich absoluten Vorrang. Deshalb wird es in städtischen Gebäuden auch keine Raucherzimmer geben.”

Weiterlesen hier.

Grußwort zum Jahreswechsel von OB Joachim Erwin

Dezember 28, 2007

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Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ein für Düsseldorf abwechslungsreiches, vor allem aber erfolgreiches Jahr 2007 geht nun zu Ende. Es war ein Jahr mit viel Arbeit, vielen Anstrengungen, aber eben auch mit vielen Errungenschaften. Heute können wir mit großer Zufriedenheit feststellen: Düsseldorf ist noch lebenswerter und noch liebenswerter geworden.

Hier weiterlesen.

Tourismus 2020: Helloa Loha, bye-bye Ballermann

Dezember 28, 2007

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Wolfgang Röhl
Wolfgang Röhl, Autor beim STERN, über Tourismus-Prognosen der Studie “Tourismus 2020″, wonach sich unsere Reisegewohnheiten drastisch ändern werden. Alles Unsinn, sagt Röhl, der seit vielen Jahren für das Hamburger Magazin durch die Tourismus-Welt kariolt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf achgut.

Alle Jahresenden wieder schlägt die Stunde der Prognosen. Wie, zum Beispiel, wird unsereiner reisen – sagen wir, im Jahre 2020? Ich persönlich neige ja zu der Ansicht: nicht sehr anders als heute. Also, wir werden im Urlaub irgendwohin fahren,

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Event-Urlaub: Hirsestampfen auf Madagaskar

wo es möglichst warm ist, dort interessante Sachen begucken, an schönen Stränden baden und uns abends exotische Drinks auf die Lampe schütten? Falsch, ganz falsch! Die Reisenden der Zukunft, sagt ein Eike Wenzel im Reisemagazin Geo Saison voraus, werden im Reisebüro wie folgt vorstellig werden: „Bringen Sie mich nach Madagaskar und ermöglichen Sie es mir, dort für einige Zeit mit Einheimischen zu leben“.

Selbstverwirklichungsurlauber
Das liegt daran, meint der Autor der Studie „Tourismus 2020“, dass wir schon so vieles gesehen haben und uns nunmehr danach sehnen, zum Beispiel einer „VIP-Party in New York“ beizuwohnen oder in der Eremitage in St. Petersburg herum zu stromern, bevor sie „für das Massenpublikum geöffnet ist“. Ferner werden Reiseveranstalter ihre Kunden zu „Nachtreffen“ einladen, bei denen sich die Teilnehmer für die nächste Reise verabreden. Zum Beispiel zu „Coaching und Selbsterfahrung“, was im Urlaub künftig „hoch im Kurs“ stehen werde. Und natürlich wird nur noch geurlaubt, wo irgendwas mit Öko oder Bio draufsteht. Denn die Urlauber der Zukunft sind „Lohas“, das heißt, sie wollen partout einen „Lifestyle of health und sustainability“. Sind „äußerst anspruchsvolle Selbstverwirklichungsurlauber“, denen es auch um „Gesundheit und ethisch korrekten Tourismus“ geht, die aber trotzdem „nicht mit schlechtem Gewissen in die Welt“ fliegen. Hello Loha, bye-bye Ballermann!
Sonne, Strand, Sex

Jedoch, wie schon J.W.v.G. zu sagen pflegte: Seltsam des Propheten Lied, doppelt seltsam was geschieht. Das Dumme an der Sache ist dies: über die Jahre hinweg haben Dutzende Leute derlei Orakel an die für jeden Blödsinn aufgeschlossenen Medien verteilt. Von diesen Voraussagen ist nie etwas eingetreten, was der geringsten Rede wert wäre. Seit der moderne Tourismus wenige Jahre nach Kriegsende aufbrandete, hat es nur ein paar stabile Trends gegeben, auf die sich R eiseveranstalter und Hoteliers verlassen konnten.

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Favoriten: Sonne, Strand und Sex
Das sind die drei berühmten S (Sonne, Sand, Sex) und das offensichtliche Grundbedürfnis der Menschen, im Urlaub etwas Spaß zu haben. Überhaupt nicht wollen die Urlaubermassen sich coachen lassen (die sind ja nicht blöd wie Manager) oder Sprachen lernen; abgesehen von einigen wenigen, die Letzteres schon seit Dezennien tun und dafür Reisen bei Nischenanbietern buchen können. Bio und Öko gehen vernunftbegabten Urlaubern erst recht am Derrière vorbei; außer, sie gehören zur Minderheit derer, die ernsthaft an Mülltrennung in Sri Lanka oder an Bio-Food an der Playa del Ingles glaubt. Die meisten lassen sich noch nicht mal einreden, dass es der Umwelt zugute käme, wenn ihnen das Zimmermädchen nur alle drei Tage frische Handtücher bringt – Blick aus dem Fenster auf den Wasser fressenden Golfplatz genügt ja.

Angewandter Ethnokitsch

Was deutsche Urlauber aber nun überhaupt nicht wollen, ist, mit halb verhungerten Dritte-Welt-Bewohnern in deren Hütten zu sitzen und ihnen beim Hirsestampfen zuzusehen. Selbst ungezählte reich bebilderte Sozialreisereportagen in Hochglanzblättern für die Brigitten und Petras dieser Republik haben es nicht vermocht, Leserinnen in größerer Zahl für reisemäßig angewandten Ethnokitsch zu interessieren. Und das ist gut so. Was die Menschen zum Beispiel in Madagaskar, einer der ärmsten Regionen Afrikas, so nötig brauchen wie Leprageschwüre, sind Rudel verblasener Mittelstandsschnepfen aus Germany, die ihnen mit selbstverwirklichendem Esoterikblick und Digiknipse auf die fliegenumsirrte Pelle rücken.

So bleibt von der „Reisestudie“ des Herrn W. zum Glück nur ein trauriges Häuflein DuStu (Dummstuss) übrig, das leicht wegzufeudeln ist. Außer – halt! – einer allerdings sehr wahren Prognose. „Deutschland wird für die Deutschen auch in Zukunft Urlaubsziel Nummer eins sein“, sagt unser schlauer Studienmann voraus. Und hat Recht! Das nämlich ist schon seit mindestens 150 Jahren der Fall und gilt sinngemäß auch für die meisten anderen Länder. Mit Ausnahme von Liechtenstein, natürlich.

Liebe Düsseldorf Blog-Leser,

Dezember 24, 2007

da mein Laptop ausgefallen ist und ich an meinem jetzigen Aufenthaltsort nur einen alten Mac zur Verfügung habe, wird der Blog aktuell nicht gefüttert.

Nur so viel: Allen ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest, ruhige und schöne Stunden im Kreis der Familie oder im vertrauten Freundeskreis!

Ich wünsche Allen einen lehrreichen Rückblick auf das Jahr und in Anbetracht des nahen Jahresendes auch einen positiven Ausblick auf 2008. Dabei wäre es durchaus gut, wenn wir uns für das kommende Jahr etwas wünschten uns aber gleichzeitig überlegen, was wir bereit und in der Lage sind zu tun, damit sich in dieser Welt einige Dinge zum Besseren wenden. Frei nach dem Motto: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
FROHE WEIHNACHTEN.

Melde mich wieder am zweiten Weihnachtstag.

Düsseldorf Damals – ein Plädoyer für den Erhalt des Gerresheimer Ringofens

Dezember 22, 2007

Die Wohnsiedlung „Am Wildpark“ neben der Bergischen Landstrasse in Gerresheim tritt im Winter 2007 in eine entscheidende Phase. Der denkmalgeschützte Ringofen der Firma Sassen liegt mittendrin. Der Ofen ist das letzte Beispiel dieser Art in Düsseldorf. Es ist nicht irgendein Industriedenkmal. Er markiert die Anfänge der Düsseldorfer Industriezeit des 18. und 19. Jahrhunderts, wie kaum ein anderes Denkmal.

Ohne Ziegel und Dachpfannen hätte es den schnellen Ausbau der Stadt im 19. Jahrhundert nicht gegeben. Deshalb sind alle städtischen Karten des 18. / 19. Jahrhunderts durchsetzt mit dem Wort „Ziegelei“.

Lange bevor die Belgier 1850 in Oberbilk die Düsseldorfer Schwerindustrie starteten, haben gleichfalls Belgier, die sogenannten „Ziegelwallonen“, die Ziegel und Dachpfannen gebrannt, die das Düsseldorf des 19. Jahrhunderts geprägt haben. Von der grauweißen Farbe der Fachwerk- und Strohdachhäuser im Jahrhundert zuvor wird Düsseldorf zur „Roten Stadt“ der Backsteine. Die Wallonen um die Stadt Lüttich herum hatten in punkto Ziegel wegen der Bodenschätze des Ardenner Waldes seit Urzeiten die Nase vorn.

Die Flutlehme und Sande, die der Rhein auf seinem vorletzten Flussbett (und das ist das Terrain der Stadt bis zum Grafenberger Wald) abgelagert hatte, waren ideale Voraussetzungen für die Ziegelherstellung.

Dieser Industriezweig war wegen der besonders harten körperlichen Arbeit schon immer Wanderarbeitern vorbehalten, bei uns waren es die Wallonen. Sie waren raue Gesellen, bei den Düsseldorfern nicht gerade beliebt.

Die Ziegel wurden anfangs mit einem offenen Feldbrand-Verfahren hergestellt, bis im 19. Jahrhundert der Ringofen erfunden wurde.

Nach dem Lehmabstich schleppten die robusten Kerle im Wettbewerb in so genannten „Lehmvögeln“ (Körben) den Lehm (oft über einen Zentner schwer) zu einem Holzbottich neben ihrer Ziegelbude, wo sie schliefen. Wer am meisten „buckeln“ konnte, war Tagessieger. Im Bottich traten die Ziegler den mit Wasser genässten Lehm, bis er die weiche Konsistenz hatte, die im Handstrichverfahren die Form ideal ausfüllte: das war die Aufgabe des sog. „Ziegelschlägers“. Ein guter Ziegelschläger fertigte in einer Stunde 100 Steine. Zwei Tage Antrockenzeit, Umdrehen, noch mal zwei Tage. Dann das Brennen im Feldbrandofen, der durch kleine Öffnungen mit Kohle befeuert wurde.
Um 1855 wurde der Ringofen entwickelt, ein Oval von etwa 20 Kammern, die hintereinander befeuert und gekühlt wurden, so dass kontinuierlich produziert werden konnte.

Die Erkrather Klosterstrasse war die Hauptstrasse der Ziegelherstellung, daher ihr alter Name Pfannschoppenstrasse (ab 1854 Klosterstrasse wegen des heute noch bestehenden Franziskanerklosters). Das Gebiet des Hauptbahnhofs war durch Ausziegelungen derart versumpft, dass beim Bau des Bahnhofs 1885 gewaltige Mengen Sand aus den Gerresheimer Höhen die Vertiefungen wieder ausgleichen mussten.

Gibt es einen Weihnachtsmann?

Dezember 22, 2007

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Der folgende Briefwechsel zwischen Virginia O ´Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert – bis zur Einstellung der “Sun” 1950 – alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung gedruckt. Ein Stück, das Sie Ihrem Kind bzw. Ihren Kindern am Heiligabend vorlesen können:

Die achtjährige Virginia aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb sie an die Tageszeitung “Sun” einen Brief: Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der “Sun” steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?
Die Sache war dem Chefredakteur Francis Church so wichtig, dass er selber antwortete – auf der Titelseite der “Sun”:
“Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit Ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.
Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.
Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen – das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein.
“Ist das denn auch wahr?” kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.
Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.
Frohe Weihnacht, Virginia”.
Dein Francis Church.

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