„Tausche Singleleben gegen den perfekten Mann….“

September 21, 2012 by  

Menschen heiraten aus unterschiedlichsten Gründen. Einige tun es, weil es „Zeit wird“ und andere, weil der Partner drängelt. Es wird geheiratet, weil „sie es sich wünscht“ oder weil „andere es auch tun“.

Es wird geheiratet weil Nachwuchs kommt, oder es wird “grundlos“ geheiratet, einfach nur aus Liebe…

Heiraten ist ein ziemlich spannendes Thema und ich sage immer, wenn man es nach 5 Jahren nicht getan hat, macht man es vermutlich gar nicht mehr! Natürlich gibt es auch unterschiedliche Hochzeitsfeste. Die traditionelle Hochzeit, die wilde Party oder sogar überhaupt kein Fest. Es gibt Hochzeiten, wo man am Tisch fast einschläft und der Zeiger der Uhr sich kaum vorwärts bewegt – besonders dann, wenn die Reden gehalten werden. Und es gibt Hochzeiten, an denen manch eine Rede bitte niemals enden sollte und einem eine gesunde Mischung aus Glücks- und Lachtränen über das Gesicht laufen.

Es gibt die heimlichen Hochzeiten und die Hochzeiten, die ihre Liebe allen zeigen wollen und mit allen Freunden feiern ohne, dass die eigenen Freunde der Kritik des Partners zum Opfer fallen.

Ich war letztes Wochenende auf einer Hochzeit. Es war eine echte Liebeshochzeit mit einem wirklichen Traumpaar. Es wurde gefeiert, wie es schöner nicht sein kann.

Können Sie sich vorstellen wie es ist, wenn „Liebe sichtbar wird“ und man glaubt sich etwas abschneiden zu können, wie von der Hochzeitstorte? Genau so war diese Hochzeit von meiner kleinen Freundin am Wochenende. Einfach so. Nur aus Liebe.

Aber ehrlich, gibt es einen schöneren Grund?

Von der Einladung bis zum Brautwalzer, von einer liebevollen Familie bis hin zu wirklichen Freunden und einer Rede vom Brautvater, die alles übertroffen hat, was ich je gehört habe. Eine Rede mit Worten, die sein Herz hat sprechen lassen. Es war die zweite Traumhochzeit für mich in diesem Jahr und während ich mit meiner Freundin Babsy zwei Tage später am See liege und mir die Herbstsonne Bikinistreifen auf meinen Körper zaubert, denke ich kurz über meinen eigenen Beziehungsstatus nach: Da ist Andreas aus Hamburg mit seinen vielen „Gesichtern“.  „Schade um Andreas..“, denke ich. Es gab Rob aus Berlin, der niemals eine handfeste Beziehung auf die Beine stellen könnte, weil er nicht verstehen würde, warum man sich bei einer Fernbeziehung am Telefon “Gute Nacht“ sagen sollte und ich frage mich, ob ich seiner Mutter dafür die Schuld geben darf. Ach ja und Stefan, aus Düsseldorf, der das kleine Einmaleins der Höflichkeiten nicht beherrscht und ich muss kurz lachen, als ich an Ben denke, der immer und überall den Bauch einzieht, selbst beim Betanken seines Autos. Mensch, sah das lächerlich aus und sein Auto habe ich eh nicht gemocht. Arne war mit seinen 35 Jahren klar zu jung, aber John war echt sehr nett, der war fast sogar perfekt – aber ich konnte ihn einfach nicht toll finden, egal wie sehr ich mich auch bemühte und ich gehöre noch zu den Frauen, die ihren Mann richtig toll finden muss. Also bemühte ich mich, aber es gelang mir einfach nicht. Es sprang kein Funke über und nur mit meinem Verstand bekomme ich das einfach nicht hin.

 Ich bin im „besten Alter und Single aus Überzeugung“, denke ich und rolle mich auf den Bauch während ich mal so zur Seite blinzle.

„Und? Wen hast Du entdeckt?“, fragt Babsy mich neugierig. Babsy ist mir äußerlich sehr ähnlich, wir haben fast die gleiche Haarfarbe und den selben Kleidungsstil. Babsy ist ziemlich sportlich, schlank und vor allem eine echte Freundin. „Och, ich hab grad mal so ’nen kleinen Beziehungscheck gemacht, einen – na sagen wir mal – Realitätsabgleich!”, sage ich nachdenklich.

„Naja, viel zum abgleichen fällt mir bei mir gerade nicht ein…“, sagt sie grinsend. Babsy ist ganz klar an einem ganz anderem Punkt. Nennen wir es mal bei ihr  „Flirtschule Teil 1 Grundkurs“. Während ich den Flirt als nettes Kommunikationsmittel ansehe und auch in der Öffentlichkeit „Shades of Grey“ lese und mich über die Reaktionen meines Umfelds freue, muss Babsy erste einmal wieder den Mut finden, einen ersten frechen Blick zu verschenken. Wir haben ein ziemlich glückliches Singleleben. Dachten wir jedenfalls bis zu diesen Stunden am See, denn seit dieser Hochzeit ist alles irgendwie anders. Es ist doch wirklich etwas Besonderes, den richtigen Partner zu haben, mit ihm dann zu flirten und mit ihm die Welt auf links zu drehen. Mit dem Richtigen kann man doch wirklich alles zusammen noch viel besser erleben.

„Angie, eigentlich will ich nicht mehr Single sein!“, sagt Babsy und reicht mir die Tüte Gummibärchen. Natürlich geht es nicht darum, ob man will oder nicht und Babsy und mir ist das schon klar. „Und nun? Klauen wir uns einen?“, frage ich und gucke mir die Paare an, die um uns herum liegen. Einige machen eher den Eindruck einer gelangweilten Zweckgemeinschaft und ganz ehrlich, dann bin ich lieber Single mit der Lizenz zum flirten!

In meinem Bekanntenkreis gibt es jede Menge „Brüderchen und Schwesterchen“-Beziehungen. Paare, die sich kaum noch küssen und wenig zusammen lachen, dafür aber zeitungslesend nebeneinander sitzen. Mein Alptraum, denn ganz ehrlich, dann kann man auch so nett befreundet bleiben und von solch einer Beziehung würde ich mich lieber trennen, statt aus alter Verbundenheit ein Paar „ nach außen“zu spielen ! Wenn ich weiter so auf fremde Decken gucke, sehe ich aber auch Paare die selbst beim schlafen in der Sonne irgendwo eine Berührung haben und wenn es nur die Hand auf seinem Rücken ist. „Babsy, Du hast Recht,  wir beenden unser Singleleben und starten ein Experiment und ich weiß auch schon wo!“, sage ich und bin gerade echt davon überzeugt, es zu wagen.

Voller Freude und Elan richte ich mich auf, denn mir fällt der Flyer ein, den ich vorhin in die Tasche gestopft habe. Irgend so eine “Fisch sucht Fahrrad Ü40 Party“ mit schräger Live Musik und DJ Sound. Wo war nur der verdammte Zettel. Während ich meinen Tascheninhalt (und das ist echt eine Menge) auf mein Handtuch schütte,  zähle ich auch sofort auf, wie mein “Neuer“ sein muss: „Lustig, liebevoll, klug, charmant, romantisch und mutig. Perfekte Umgangsformen, ein guter Unterhalter (meistens gestalte ich immer eh die Unterhaltung) und ein gutes Körpergefühl, unbedingt selbstbewusst, aber nicht arrogant – das hasse ich. Ja und ich muss ihn unbedingt toll finden, sexy und er muss das Leben und mich genießen können und meine vielen Freundinnen mögen muss er auch, denn ich habe viele davon und natürlich sollte er selber auch Freunde haben. Ach ja und Reisen ist wichtig, denn ich bin neugierig und er sollte unternehmungslustig sein, das wäre mal nicht verkehrt.. Und…“. Babsy ist voll dabei: „…große Hände soll er haben und …!“. Ich starre sie etwas fassungslos an! „Hast Du große Hände gesagt? Was willst Du denn damit?“.

„Find ich halt schön!“, sagt Babsy, zuckt mit den Schultern und fügt hinzu “…sportlich  soll er sein, aber nicht joggen morgens um 6 Uhr und Muskeln soll er haben, am liebsten an den Oberarmen und darin möchte ich einschlafen. Ach und seine Hemden täglich wechseln und keine langen Haare, naja du weißt schon…“.

Ich rolle mich auf die Seite checke kurz meine Bikinistreifen und schon fallen mir weitere wichtige Eigenschaften meines persönlichen Favoriten ein: “Spontan sollte er auch sein und nur wenig lügen wäre schön. Erfolgreich ist nicht verkehrt und Musik muss er mögen und Kino auch. Er muss einfach gut riechen auch ohne After Shave und mich mal in den Schlaf krabbeln, ohne selbst einzuschlafen. Natürlich ziehe ich seine Schuhe an, wenn ich kurz zum Auto gehe und er darf niemals darüber schimpfen. Meine Familie muss ihn auch lieben und er muss sich einfach merken, wie ich meinen Kaffee trinke und Liebesbotschaften auf die Frühstücksbanane soll er schreiben und ganz ehrlich, Babsy, sein Aussehen ist mir egal! Er muss auch nur wirklich lustig, ehrlich, kreativ, gepflegt, erfolgreich, sensibel, spontan, romantisch   und natürlich liebevoll sein, ach ja sein Lifestyle… und wie sieht es mit Wünsche von den Lippen ablesen aus?“, frage ich Babsy grinsend.

„Pflichtprogramm!“, sagt sie bestimmend und nun brechen wir zwei in ein riesen Gelächter aus und fast ersticke ich an der Ladung Gummibärchen, die ich mir grad in den Mund gestopft habe, denn ziemlich sicher ist: Mit dieser “ kurzen Wunschvorstellung“ des perfekten Helden werden Babsy und ich mit Sicherheit erfolglos von dieser Party deren Flyer ich ohnehin nicht finden kann, nach Hause fahren und in der  Singleliga weiterhin ganz weit vorne mitspielen.

Sie fragen sich, ob wir zwei etwas verrückt sind? Verrückt nicht aber mit Sicherheit ziemlich lebenslustig… :-)

Oder haben Sie einen Bruder, Nachbarn oder Freund, auf den diese Beschreibung passt, einen der Sterne pflücken kann und Herzen verzaubert, oder wollen Sie vielleicht Ihren Ehemann loswerden und bis auf sagen wir zwei Kleinigkeiten trifft meine Beschreibung auf ihn zu? Dann immer her damit, denn Babsy und ich werden nun mal am Wochenende unser perfektes Singleleben gegen unseren persönlichen Traumprinzen eintauschen  (falls ich noch diesen Flyer finde von dieser „ Fisch sucht….. was Party? Wo ist nur dieser Flyer!“).

 

Mein Wochenendtipp: Mit Freunden zur Bar „fifty nine“, schöner Laden im Luxushotel Intercontinental auf der Kö!

http://duesseldorf.intercontinental.com/essen-und-trinken/bar

 

Kommentare

One Response to “„Tausche Singleleben gegen den perfekten Mann….“”

  1. eric on November 5th, 2012 20:28

    hallo! wurde sehr entäuscht… suche eigentlich die frau für´s leben… mit oder ohne kind…. mit haustieren und kegel… will nur einmal richtig glücklich sein… mit 100 % vertrauen