Bond. James Bond….Riesenrad und die Klitschkos

November 23, 2012 by  

Ich bin eigentlich ein total irrer Kinogänger nur leider fehlt mir oft die Zeit oder der Film der Wahl ist ausverkauft oder zumindest total überfüllt – und in der ersten Reihe sitze ich immer gerne, nur nicht im Kino!

Das ist vermutlich auch der Grund warum ich, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, eine der größten DVD-Sammlungen habe die sich in Privatbesitz befindet. Bei Amazon jedenfalls hätte ich die Platin-Kundenkarte verdient, wenn es diese geben würde. Zugegebenermaßen sind es eher Frauenfilme, dicht gefolgt von Zeichentrick wie „Fred Feuerstein“ und ganz weit hinten sind dann solche Filme, in denen Helden die Erde anhalten und diese dann veranlassen, sich anders herum zu drehen oder im roten Flatterkostüm durch die Gegend fliegen.

 Wenn es aber um gutgekleidete Männer im Smoking geht, lasse ich mich schon mal erweichen und ertappe mich dabei, dass ich überfüllte Kinosäle in Kauf nehme und  wenn ich an James Bond denke, fällt mir der damals noch unverschämt charmante Sean Connery ein, der die Messlatte für Männer da draußen verdammt hochgelegt hat. Die Generationen danach mussten sich mit weniger überzeugenden Schauspielern wie Timothy Dalton oder gar George Lazenby abgeben. Aber die Frage, wer jetzt der beste Bond-Darsteller aller Zeiten ist, will ich hier gar nicht vom Zaun brechen und schon gar nicht bei der Gewissheit, dass ich auch männliche Leser habe.

 

Jetzt ist der „Bond“ jedenfalls Daniel Craig und den finde ich ganz ordentlich, auch wenn er mich ein wenig an meinen Handwerker erinnert, den ich immer dann zur Hilfe rufe, wenn ich in meinem Haus alleine vor einer Herausforderung stehe, die auch nach zig Anläufen  unlösbar bleibt (also quasi bei allem, was mehr als einen Hammer erfordert). Über Daniel Craig als Mann kann man geteilter Meinung sein. Ich war jedenfalls neugierig genug, mich von meinem Freund Stefan ins Kino einladen zu lassen. Für sich schon ein Spektakel, bedenkt man, dass ich schon drei mal vor dem Schild „ AUSVERKAUFT“ gestanden habe bei diesem Film und statt Kino mir den Bauch im nahe gelegenen ROBERT’S BISTRO voll geschlagen habe.

Stefan ist ein recht guter Kinobegleiter, findet immer schnell einen Parkplatz  und erträgt sogar meine Filme. Stefan ist Ende 30 und Single, warum er das ist verstehe ich bis heute nicht und wenn ich auf jüngere Männer stehen würde, wäre er aber auf meiner „to do“-Liste ganz oben. Ich liebe Kino aus mehreren Gründen und einer davon ist „Menschen beobachten“! Von Pärchen bis Jungsgruppen über Single-Frauen – hier ist alles vertreten. Wie ein demografischer Querschnitt durch unsere Stadt.

So standen Stefan und ich also – mit Popcorn und übergroßen Cola-Bechern beladen – auf der ehemals längsten Rolltreppe Deutschlands auf dem Weg in unser Kino. Stefan ist ein riesiger Fan der Fleming-Bücher und entsprechend aufgeregt, endlich wieder einen neuen „Bond“ sehen zu können. Und wie Männer so sind, wenn sie aufgeregt sind, plapperte auch Stefan unaufhörlich auf mich ein, aber immer mit dem Hinweis, dass er mich ja nicht langweilen wolle. Das übrigens ist der ganz große Unterschied zu uns Frauen. Uns ist es egal, ob wir unsere Männer langweiligen. Wir betrachten es als naturgegebene Pflicht, dass unsere männlichen Begleiter sich für alles interessieren, was unser Sprachorgan verlässt! Stefan jedenfalls erzählte mir auf der Rolltreppenfahrt zum Kinosaal alles. Von der Jagd auf „Dr. No“ bis hin zu „Goldfinger“, Gert Fröbe und Roger Moore. Mein Crash Kurs in Sachen „007“ endete mit einem kurzen Exkurs der verschiedenen „M“- und „Q“-Darsteller und ich lernte, dass „Q“ die Abkürzung für „Quartiermeister“ ist und „Miss Moneypenny“ auch mal im „Außeneinsatz“ war. „Aha“, nicke ich interessiert und beobachte dabei unauffällig die anderen Menschen im Kino. „Menschen beobachten“ ist sowieso ein ganz großes Hobby von mir und inzwischen bin ich glaub ich richtig gut darin geworden, die verschiedenen Rituale und Gesten, die wir im Laufe der Menschheitsgeschichte untereinander entwickelt haben, zu deuten.

Ich sehe genau, wenn sich ein Pärchen langweilt, weil jeder gerne mit einer anderen Person hier wäre, oder ein erstes Date zu scheitern droht, weil sie sich nach Alternativen umsieht, während er auf sie einredet (und stets betont, sie nicht langweilen zu wollen). Dasselbe sehe ich dann auch umgekehrt… Frauen, die reden und Männer die schon den Fluchtweg suchen.

Noch ist oben am Kinosaal kein Einlass. Stefan und ich stehen also mit den anderen Besuchern vor dem Saal und plaudern. Stefans „007“-Referat hat sich dem Ende geneigt und irgendwie haben wir nun gemeinsam Gefallen daran gefunden, die umherstehenden Gruppen in „Schubladen“ zu stecken. Nicht weit von uns stehen zwei Typen und eine Frau. „Ganz klar! Freundeskreis, aber einer will mehr!“, flüstert mir Stefan zu. „Nicht schlecht“, denke ich, erwidere aber, dass der eine Augenringe hat und am Finger eine blasse Stelle, wo einmal ein Ring war. „Er hat sich gerade getrennt. Die anderen beiden sind seine Freunde und wollen ihn ablenken. Sieh nur, wie sie sich beherrschen müssen, nicht als Paar rüber zu kommen, um ihn nicht traurig zu machen!“. Stefan kommt nicht umher – er muss mir zustimmen. „Und die da?“, fragt er und stupst mich nicht ganz so unauffällig, wie ich es gerne hätte, in Richtung einer einsam herumstehenden Frau, die verlegen an ihrem Popcorn nagt. „Die ist Single und jemand, der keine Ahnung hat, hat ihr empfohlen, doch mal im neuen Bond-Film nach Kerlen Ausschau zu halten!“ stelle ich sicher fest. „Das glaub ich Dir nicht“, sagt Stefan kopfschüttelnd und noch ehe er sich versieht, lasse ich ihn stehen und steuere auf das einsame Mauerblümchen mit schüchternem Neu-Single-Blick zu.

Ich muss mich zusammenreißen, nicht zu grinsen, denn ich sehe Stefan bildlich vor mir, wie er hinter mir zur Salzsäule erstarrt und vor Peinlichkeit am liebsten in die Popcorntüte krabbeln möchte, weil ich mal wieder spontan und unüberlegt (das denkt er nur) was Verrücktes starte.

„Hallo, ich bin Angela!“, stelle ich mich vor. „Su..susanne“, antwortet sie verdutzt – wohl etwas überfordert und nicht damit rechnend, hier tatsächlich jemanden kennen zu lernen, geschweige denn eine Frau. „Du, ein Freund von uns hat abgesagt und wir haben noch Platz – Du stehst hier so alleine, magst Du Dich nicht zu uns setzen?“. Ich schaue in ein hübsches, aber fragendes Gesicht – vermutlich um die 30. „Du bist doch auch alleine hier, oder?“, schiebe ich hinterher. „Ja.. schon.“ – „Warum eigentlich?“, bohre ich nach. „Wobei die Männerquote ist ja nicht übel“, füge ich hinzu und schaue mich um, während ich kurz triumphierend zu Stefan hinüber blicke. „Ja, stimmt. Das hatte eine Freundin mir auch gesagt“, antwortet die „Su..Susanne“ schüchtern. „Also, Susanne. Ich kann mir das 007-Gerede von meinem guten Freund Stefan nicht alleine anhören. Komm doch einfach zu uns!“. Ich warte keine Antwort ab und schiebe sie rüber zu Stefan, der sich wieder gefangen hat, die kleinen  Popcornkrümel hektisch vom Wollschal  wedelt und sich prompt und höflich wie immer vorstellt. „Ah, stimmt – das würde auch passen“, denke ich und beobachte die zwei neugierig.

Stefan ist Ende 30 und Single – noch nicht zu lange, aber lange genug und eigentlich auch grundlos. Stefan nutzt die Gunst der Stunde und holt noch einmal zu einem umfassenderen Exkurs rund um Ian Flemming und James Bond aus und siehe da, „Su..Susanne“ hängt förmlich an seinen Lippen und dann geschieht das Unfassbare: „Nein, nein, George Lazenby war der zweite Schauspieler und hat nur einmal „James Bond“ gespielt und zwar im „Auftrag ihrer Majestät“. Danach haben sie Connery zurückgeholt und schließlich kam Roger Moore, den fand ich super!“, korrigiert ihn „Su..Susanne“ und Stefan ist zum ersten Mal an dem Abend sprachlos. „Su..super!“, denke ich mir – das Mädel hat was! Dass sie Roger Moore toll findet, liegt wohl am Alter. Ich behaupte ja, dass wir immer den „Bond-Darsteller“ bevorzugen, der in unserer Generation gerade aktuell war. Die beiden verfallen in ein Fachgespräch, dem ich nicht mehr folgen konnte und wollte während sich die Türen zum Saal öffneten. Platznummern waren eigentlich sinnlos, denn bei BOND gibt es eigene Gesetze: Wir setzen uns einfach mit unserer kalorienreichen Versorgung in Reihe 13.

„Su..Susanne“ war nicht mehr alleine, ich musste mir keine weiteren filmwissenschaftlichen Monologe mehr anhören und vielleicht hatten sich auf die Art ja sogar Zwei gefunden?

Zum Film selbst habe ich jetzt noch gar nichts geschrieben, aber das will ich mir auch gar nicht anmaßen, mit Sicherheit haben Sie diesen eh schon gesehen. Ich hab mich jedenfalls wunderbar vergnügt, aber vor allem, weil ich im Augenwinkel „Su..Susanne“ und Stefan beobachtet habe, die sogar noch vor Ende des Vorspanns aus einer Tüte Popcorn aßen. Salziges Popcorn wohlgemerkt! „Noch eine Gemeinsamkeit“, dachte ich mir.

Aber ganz allgemein kann man sagen, dass „Barbara Broccoli“ (die Produzentin und Tochter des Ur-Produzente der Filme, so hat mir Stefan das erklärt) gute Arbeit gemacht hat! Kein „klassischer Bond“, wie wir ihn von früher kennen. Vielleicht auch, weil kein Superbösewicht, der in einem Vulkan haust, die Welt mit einem Super-Laser bedroht die Musik uns zum träumen abholt.

Wer nicht so auf Kino steht, oder zur Zeit keinen Typen sucht, der kann sich seit gestern auch auf einem der vielen Weihnachtsmärkte unserer Stadt die Zeit vertreiben! Die haben nämlich jetzt eröffnet und es ist offiziell „Vorweihnachtszeit“.

(„Vorweihnachtszeit“ bedeutet „Geschenkejagd“. Das ist bestimmt mal eine Kolumne wert…).

Und natürlich müssen Sie unbedingt eines machen:

In den beheizten Gondeln im Riesenrad am Burgplatz Schampus trinken, einen Blick auf unser schönes Düsseldorf werfen und in 55 Metern Höhe vielleicht Ihren Prinzen küssen.

Typisch Düsseldorf:

VIP Gondeln sind buchbar. Natürlich mit Edelhäppchen, Schampus und das alles bequem auf Ledersitzen.

Ein echtes Luxusrad und es dreht sich noch bis zum 20.01.13 und vielleicht treffen Sie da ja auch „Su…sanne“ und Stefan J

Und ab sofort jede Woche eine Geschenkidee für alle die was Besonders verschenken wollen!

Heute: Ersteigern Sie den Original IBO- Weltmeisterschaftsgürtel von Wladimir Klitschko, den er am 22. April 2006 gegen den Amerikaner Chris Byrd durch technischen KO in Runde 7 in der SAP-Arena Mannheim gewonnen hat.

dolphin aid nimmt unter:  info@dolphin-aid.net schon jetzt Ihre Gebote entgegen. Dazu gibt es signierte Boxhandschuhe und das BESTE daran ist, der Erlös geht an „Dolphins Aid“ und sie helfen gleichzeitig behinderten Kindern.

Die Klitschko Brüder haben ein großes Herz für Kinder die Hilfe brauchen, haben auch Sie ein großes Herz:

Restkarten für die Dolphin´s Night Gala gibt es unter: siebert@dolphin-aid.net : oder unter 0203-746280

 

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