Airport im Winter mit über 130 Zielen

September 26, 2013

Brauchen Sie eine Auszeit vom nasskalten Wetter? Oder haben Sie zum Ende des Jahres noch einen wichtigen Geschäftstermin? Der Winterflugplan 2013/14 am Düsseldorfer Airport, der am 27. Oktober in Kraft tritt, bietet ein Vielzahl von Fernflügen: Über 50 Fluggesellschaften fliegen im Winter von NRW’s größtem Flughafen aus zu über 130 Zielen weltweit.

“Diesen Winter werden von unseren Airline-Partnern mit 95 interkontinentalen Flügen in der Woche noch mehr Langstreckenverbindungen angeboten, als im Winter des vergangenen Jahres. Bis zu sechsmal täglich starten zum Beispiel Flüge von Düsseldorf aus Richtung USA, viermal am Tag geht es zu den Drehkreuzen in der arabischen Golfregion in Dubai und Abu Dhabi“, erläutert Christoph Blume, Sprecher der Düsseldorfer Flughafengeschäftsführung.

Außerdem bietet der neue Flugplan in Düsseldorf auch wieder ein starkes Deutschland- und Europanetz mit attraktiven Destinationen und wichtigen Zubringerflügen für die Interkontinental-Verbindungen des nordrhein-westfälischen Luftverkehrsdrehkreuzes. Im touristischen Sektor stocken die Fluggesellschaften ihre Kapazitäten auf die Kanarischen Inseln wie Teneriffa oder Gran Canaria deutlich auf. [Read more]

Düsseldorf Headlines, Donnerstag, 12. September 2013

September 12, 2013

BILD Düsseldorf: Wegen Pferdeäppeln! / HUNDEBESITZERIN GING MIT LEINE AUF MICH LOS!

EXPRESS Düsseldorf: Flug nach Agadir ging 25 Stunden später ++ Hotels wegen GDS ausgebucht ++ Feldbetten im Terminal ++ Polizeieinsatz / DER CONDOR-HORROR AM FLUGHAFEN

NRZ Düsseldorf: PROBLEMFANS AUS DRESDEN IM VISIER /Polizei und Fortuna sind vor der Partie am Sonntag “auf alles vorbereitet”

RHEINISCHE POST Düsseldorf: WINTERKIRMES AUF DEM BURGPLATZ / Vom 18. Oktober an dreht sich wieder das Riesenrad. Zusätzlich baut Schausteller Oscar Bruch vom 22. November bis Ende Dezember einen kleinen Weihnachtsmarkt auf. Er verspricht: “Es wird kein lauter Rummel.”

WESTDEUTSCHE ZEITUNG Düsseldorf: RISIKO KOPFHÖRER: ZWEI UNFÄLLE AN NUR EINEM TAG / Nach dem Radler am Stresemannplatz verunglückte auch eine Fußgängerin.

Antenne Düsseldorf: U81: CDU-BUNDESTAGSKANDIDAT FINDET PLÄNE DER STADT VOREILIG

Center.tv: Premiere in Düsseldorf: 1. WELTMEISTERSCHAFT IM INLINESKATE-TURMSPRINGEN

Untersuchung des Flughafens Düsseldorf: Fliegen mit Air Berlin & Co. nicht teurer als mit “Billigflieger” Ryanair

Februar 19, 2009

Im Beobachtungszeitraum Mitte Mai bis Mitte September waren die Angebote für Mallorca-Flüge durchschnittlich auf dem oben dargestellten Niveau

Billigflieger – Dichtung und Wahrheit” – unter diesem Motto hat der Flughafen Düsseldorf die Preise der ab DUS operierenden Airlines mit denen der Germanwings ab Dortmund und den Flügen der Ryanair ab Weeze verglichen. Insider werden nicht überrascht sein, doch für alle Fluggäste, die bislang bereit waren, für Billigflieger die lange Fahrt nach Weeze, nach Dortmund oder nach Köln-Bonn in Kauf zu nehmen, ist das Ergebnis der Untersuchung, über das wir exklusiv berichten, gewiss eine große Überraschung.

Die wesentliche Erkenntnis vorweg: Völlig egal, ob Sie mit Air Berlin oder Ryanair fliegen, mit Germanwings, TUIFly oder Condor – die Flüge sind nahezu auf dem gleichen Preisniveau. Nur: Die Leistungen sind unterschiedlich. Wie das geht? Ganz einfach: Services, die z.B. bei Air Berlin und Condor inklusive sind, kosten bei Ryanair richtig viel Geld.

Beispiel Übergepäck: Während alle Airlines 20 kg Gepäck erlauben (Air Berlin und Condor bei Reisen über 28 Tage sogar 30 kg) , gestattet Ryanair nur 15 kg. Jedes Kilo Übergepäck läßt sich die irische Airline mit 15 Euro bezahlen – und zwar für jeden Flug. Wer also nur fünf kg Übergepäck hat (somit 20 kg gesamt) zahlt bei Hin- und Rückflug insgesamt 150 Euro drauf!

Große Unterschiede gibt es bei den Preisen bei Umbuchungen. Bei Air Berlin ist es mit 30 Euro am billigsten. Die Umbuchung bei Tuifly kostet 50 Euro, wer bei Condor und Germanwings umbucht, ist mit 60 Euro dabei und bei Ryanair kostet die Umbuchung 110 Euro (vor Ort) und 50 Euro bei Online-Umbuchung.

Der Flughafen Düsseldorf resümiert: “Fliegen ab Düsseldorf. Besser. Nicht teurer”.

Dies sind die Preise, wie sie per 27. Januar für den Sommer erhoben wurden. Hier sehen wir eine Reihe von preislichen Ausreißern der TUIfly (gelb) sowie der Ryanair (blau)

So unterschiedlich sind die Preise für Sonderleistungen. Wer sie kennt, spart Geld

Air Berlin: Lufthansa läßt Condor fliegen

Oktober 1, 2007

Air Berlin kündigte an, Condor zu übernehmen. Doch die Lufthansa hatte, wie berichtet, das Vorkaufsrecht für die Ferien-Airline, die mehrheitlich (75,1 Prozent) dem Thomas Cook-Konzern gehört. Sie hätte somit den Verkauf dieser Anteile an Air Berlin verhindern können. Sie wird diese Option jedoch nicht ausüben. Jetzt kann theoretisch nur noch das Kartellamt den Düsseldorfer Achim Hunold am weiteren Ausbau seines Airline-Netzwerkes hindern.

Ein Gewinner, ein Verlierer und der zaudernde Primus

September 21, 2007

Die angekündigte Übernahme der Condor durch Air Berlin (Video dazu hier) und die Verbindung der “Nr. 2″ der deutschen Luftfahrt mit dem von Thomas Middelhoff geführten mächtigen Arcandor-Konzern (ehemals Karstadt-Quelle) – ein Anlass, einen Blick auf die Branche zu werfen.

Der aktuelle Schachzug Achim Hunolds macht den Düsseldorfer zum Gewinner, TUI-Chef Michael Frenzel zum Verlierer und Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber steht da als zaudernder Primus.

Achim Hunold darf den vorläufigen Abschluss seines Raubzuges feiern. Im gefühlten Quartalstakt pflückte er Mitbewerber vom Himmel – die Belair, die dba und LTU, der nun Condor folgen soll, die für jährliche Synergieeffekte um 70 Mio. EUR gut sein wird. Damit spielt der Selfmademan nun in der Champions League der Fliegerei. Mit Thomas Middelhoff hat der einstige LTU-Marketingchef außerdem jetzt einen kampferprobten Streitwagenfahrer an seiner Seite. Der läßt seine Interessen als größter Aktionär Air Berlins künftig im Aufsichtsrat der Airline von Ralf Teckentrup, dem in der Branche angesehenen Lenker der Condor und Manny Fontela-Novoa, dem Boss des weltgrößten Touristik-Konzerns Thomas Cook, wahrnehmen. Und vielleicht setzt er sich noch dazu.

Die Börse reagierte gestern zunächst freudig und brachte den Air Berlin-Kurs auf 17-18 Euro, während er aktuell wieder um 13 Euro dümpelt. Einerseits sind, wie immer in solchen Fällen, zockende Daytrader am Werk, zum zweiten jedoch drückt der Kurs Fragezeichen aus: Verschluckt sich Hunold nicht? (Antwort: Gefahr gering, die Integration der LTU wird abgeschlossen sein, wenn die der Condor zu beginnen hat) Hat er das Personal, das Sprungwachstum solide zu steuern? (Antwort: Ja, der Vorwurf der “One Man Show Hunold” hat nie gestimmt). Und vielleicht die entscheidende Frage: Wird das Kartellamt zustimmen? (Antwort: Ganz ungewiss. Nach EU-Maßstäben sollte es ja sagen, mit Blick auf den deutschen Markt allein könnte es seine Zustimmung versagen. Bliebe noch die Exit-Lösung der Ministererlaubnis. Kurstreibende Phantasie wird vermutlich erst einsetzen, wenn die Kartellamtshürde genommen ist.)

Als “Kevin allein zu Haus” steht Michael Frenzel da. Nach der vernünftigen Zusammenlegung jedoch grotesk dämlichen Neubenennung von HLX und Hapag Lloyd in “TUIfly” hat es der TUI-Lenker versäumt, seine flügellahme Airline loszuschlagen. Die Umbenennung in TUIfly hatte die Branche verwirrt. Reiseveranstalter zuckten davor zurück, ihre Gäste mit einer Airline fliegen lassen, die den Namen des Konkurrenten trägt. Siehe hier und hier. Außerdem würde eine Krise bei TUI auf den gleichnamigen Carrier übertragen und vice versa.

Lufthansa-Chefpilot Wolfgang Mayrhuber, ein Mann mit brillanter Bilanz (2006 Rekordumsatz von 19,8 Mrd. EUR, ein Plus von fast 10 Prozent, operativer Gewinn rauf um 46 Prozent auf 845 Mio. EUR) steht jetzt als zaudernder Primus da. Hätte er die LTU gekauft, wäre Air Berlins Weg in die Langstrecke deutlich erschwert und verteuert worden.

Die Lufthansa (ca. 500 Flugzeuge) hat 120 Flugzeug-Neubestellungen platziert und gründet soeben eine Frachttochter mit der Deutschen Post. Ob Mayrhuber vor dem Hintergrund noch 600 Mio. EUR für die Condor springen lassen will, erscheint äußerst fraglich, zudem Thomas Middelhoff bereits mit aktiver Gegenwehr in dem Fall gedroht hat (Investition bei Air Berlin und Abzug der Thomas Cook-Kontingente von Condor auf Air Berlin). Mayrhuber hätte mit Kauf von dba oder/und LTU oder/und TUIfly seine Germanwings stärken können. Unterhalb der LH positioniert, hätte die wohl klingende Marke den größten deutschen Carrier nach unten absichern können. Mayrhuber dagegen scheint weiterhin auf Wachstum aus eigener Kraft zu setzen. 

Düsseldorf Headlines, Freitag, 21. September

September 21, 2007

BILD: Air Berlin übernimmt Condor – und wächst damit auf 9300 Mitarbeiter, 166 Flugzeuge und 3,83 Milliarden Umsatz – JETZT IST HUNOLD DER AIR-BOSS

EXPRESS: HUNOLD LÄSST LTU LEBEN – Touristische Langstrecken weiter mit Logo der Düsseldorfer. Aber nur noch sieben Jets

NRZ Düsseldorf: IMMER MEHR KINDER KIFFEN – Drogen. Professor schlägt Alarm: Schon Zwölfjährige greifen zu Haschisch oder Marihuana. Cannabis schädlicher als früher.

RHEINISCHE POST: RADFAHRERIN ÜBERROLLT: tot – Bei einem Unfall in Oberbilk ist gestern Nachmittag eine bis jetzt unbekannte Frau tödlich verletzt worden, als sie unter einen Lkw geriet. Damit hat sich die Zahl der Verkehrstoten in 2007 schon jetzt auf zehn erhöht.

WZ Düsseldorfer Nachrichten: MANES STÜRZT ÜBER NS-SPRUCH – Abgesetzt. Gülcan und die Nürnberger Rassegesetze: Diese Kombination kostete Manes Meckenstock den Job bei Antenne.

Hinweis: Zeitungen in alphabetischer Reihenfolge -eigentliche Headline in Versalien.

Air Berlin – mit Vollschub auf neue Flughöhe – Trostpflaster für LTU – Name verschwindet noch nicht ganz

September 20, 2007

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Bei der großen Pressekonferenz heute im Düsseldorfer Parkhotel: Von links LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach, Air Berlin-Finanzchef Ulf Hüttmeyer, Air Berlin CEO Achim Hunold, Thomas Middelhoff, Chef der Arcandor, Thomas Cook-Chef Manny Fontela-Novoa und Thomas Cook-Finanzvorstand Ludger Heuberg – Foto: Düsseldorf Blog

Ein Mikrofonausfall zu Beginn war die einzige Panne bei einer großen Pressekonferenz heute im Düsseldorfer Park-Hotel. Davon abgesehen trat Air Berlin heute mit einem perfekt orchestrierten Feuerwerk guter Nachrichten an und geht mit Vollschub auf neue Flughöhe:

    • Condor wird – wie berichtet – übernommen. Damit rückt Air Berlin Lufthansa noch näher auf den Pelz, ist absolut unbestrittene Nr. 2 in Deutschland, Nr. 5 in Europa. Condor ist gut für einen Umsatz von knapp 1,2 Mrd. Euro und ein Vorsteuerergebnis (EBIT) von 5o Mio. Euro.
    • Das Flugangebot ab Düsseldorf wird massiv ausgebaut – mit einer “USA-Welle” (Achim Hunold) zwischen 13 und 14:00 Uhr und einer “Asien-Welle” zwischen 17:30 und 19:00 Uhr. Mehr Flüge nach New York, Los Angeles und weiteren US-Zielen
    • Mehr Flugzeuge unterschiedlicher Größen ermöglichen noch intelligenteren, bedarfsgerechten Einsatz von Flugzeugen
    • Die ersten zwei Boeing 787 werden früher ausgeliefert als geplant – bereits im Jahr 2011
    • Air Berlin wird vom Slot-Potenzial der Condor in Frankfurt und München massiv profitieren
    • Im Angebot an Sitzplatz-km, eine wichtige Kennziffer für die Bedeutung einer Airline, liegt Air Berlin laut Achim Hunold jetzt “knapp hinter Ryan Air”
    • Düsseldorf wird Mega-Technikstandort für die Air Berlin-Gruppe, die künftig auch die Flugzeuge der Condor warten wird. Achim Hunold: ”Wir brauchen jede Menge Personal, sobald die neue Halle fertig ist”
    • Ab dem Frühjahr wird auf der Langstrecke eine luxuriöse Business Class eingeführt, in der man in der Waagerechten schlafen kann. Im touristischen Bereich wird eine gehobene Relax-Klasse eingeführt. Ein neues Kundenbonussystem wird es gleichfalls geben.
    • Eine Kooperation mit Hainan Airlines, der viergrößten Linie Chinas, eröffnet Zugang zu den wichtigsten Zielen Chinas. Air Berlin wird ab dem Frühjahr Verbindungen nach Shanghai und Beijing anbieten.

    Im Zuge eines so genannten “Forward Tausches” übernimmt die Air Berlin den traditionsreichen Ferienflieger Condor und wird damit zum Global Player. Der Preis von rund 500 Mio. Euro wird zum größten Teil (380 Mio. Euro) mit Air Berlin-Aktien bezahlt. Der Deal kommt zustande, wenn die Lufthansa, der 24.9 % der Condor gehören, nicht von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch macht. Arcandor-Chef Thomas Middelhoff, Mehrheitseigner des weltweit größten Reiseveranstalters Thomas Cook, der 75,1 % der Condor hält, kündigte an, der Lufthansa das Vertragswerk gleich morgen vorzulegen. Dann tickt die Uhr, die Lufthansa hat genau eine Woche Zeit, ihre Kaufoption auszuüben. Gleich am kommenden Dienstag, so Achim Hunold, werde der Kaufplan dem Bundeskartellamt präsentiert, das dem Deal zustimmen muss. Für Thomas Cook Chef Manny Fontela-Novoa ist die Integration der Condor in Air Berlin ein Glücksfall. Die 25 Boeing 757 der Air Berlin eröffneten große Perspektiven für Märkte wie Großbritannien, Belgien und Skandinavien.

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    Interviews am laufenden Band: Air Berlin CEO Achim Hunold  -Foto: Düsseldorf Blog

    Condor-Chef Ralf Teckentrup präsentierte seinen Mitarbeitern zeitgleich mit der Pressekonferenz in Düsseldorf die Übernahmeabsicht von Air Berlin. Wie Middelhoff erklärte, sei die Stimmungslage dort eindeutig: “Sie wollen zu Air Berlin und nicht zurück zur Lufthansa”. Teckentrup, so Middelhoff, werde mit Thomas Cook-CEO Manny Fontela-Novoa in den Aufsichtsrat der Air Berlin einziehen, bei der Thomas Cook nach dem Deal der größte Anteilseigner sei. Ob er selbst in dieses Gremium gehe, wisse er noch nicht. Für LTU-Chef Jürgen Marbach scheint in dem Konzern noch keine Position vorgesehen zu sein. Er äußerte sich allenfalls hoffnungsvoll über seinen weiteren Verbleib: “Wenn man sechs Jahre CEO einer Airline war, wird es vielleicht irgendwo noch weitere Verwendung geben”.

    Sollte Lufthansa von ihrem Vorkaufsrecht bei der Condor Gebrauch machen, hält Middelhoff eine Giftpille bereit: “Das heißt zunächst mal 600 Millionen für Arcandor und Arcandor wird sich dann an Air Berlin beteiligen. Die Auslastungsverträge (des Veranstalters Thomas Cook) würden dann an Air Berlin weiter gereicht”.

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    Neue Air Berlin Business Class – sowohl Komfortsitz als auch Bett

    Die Mitarbeiter der LTU können die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Ihre Arbeitskraft wird benötigt, ihre Tarifverträge werden eingehalten, doch sie werden damit leben müssen, dass künftig alle Mittelstrecken-und Businessflüge weltweit von Flugzeugen mit dem Air Berlin-Logo am Leitwerk durchgeführt werden. Bestenfalls steht noch “powered by LTU” am Flieger. Nur sieben Flugzeuge mit LTU-Anstrich werden künftig noch Langstrecken touristischer Natur bedienen – ein Trostpflaster für die Mitarbeiter. Die USA-Verbindungen etwa werden komplett von Air Berlin bedient. Achim Hunold: “Wer in welchem Flugzeug fliegt, das muss man sehen, wie man das am besten wirtschaftlich darstellt.” Da LTU-Mitarbeiter höhere Personalkosten verursachen, dürfte klar sein, wie die Prioritäten liegen.

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    Uniform der Air Berlin – Foto: Air Berlin

    Auch das LTU-Bordpersonal wird künftig die schicken von Jette Joop neu designten Uniformen (Foto) tragen, damit die Passagiere einen einheitlichen Look wahrnehmen.

    Air Berlin greift auch nach der Condor – und heute Mittag wird wahrscheinlich verkündet, dass der Name LTU verschwindet

    September 20, 2007

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    Auch die Condor soll künftig das Air Berlin-Logo tragen

    Die unglaubliche Expansion von Air Berlin geht weiter. Nach dem Erwerb der dba und der LTU hat Air Berlin jetzt mitgeteilt, dass sie nun auch die Fluggesellschaft Condor übernehmen will. Dies soll in zwei Schritten geschehen. Zunächst will Air Berlin mit dem 75,1-Prozent-Anteilseigner Thomas Cook einen Anteilstausch vornehmen. Die Anteile von Thomas Cook an Condor sollen im Februar 2009 übernommen werden. Die restlichen 24,9 Prozent, die Lufthansa hält, will Thomas Cook durch Ausübung einer Kaufoption von der LH übernehmen. Die LH hat ein Vorkaufsrecht für den Mehrheitsanteil an Condor. Eine Entscheidung darüber, ob Deutschlands Nr. 1 die Option nutzen will, ist laut Lufthansa noch nicht gefallen.

    Mehrheitseigner von Thomas Cook ist Arcandor (vormals: Karstadt-Quelle), dessen Chef Thomas Middelhoff für seine 75.1 Prozent an Condor mit 35 Prozent an Air Berlin beteiligt wird. Die klare Aussage dahinter: Middelhoff glaubt an das Air Berlin-Konzept. Die Börsianer finden Hunolds aggressive Expansion gleichfalls super: Der Kurs (aktuell: um 13,40 €) stieg um rund drei Prozent. Die Air Berlin-Aktie ist damit immer noch extrem unterbewertet. Wenn Sie Geld anlegen wollen, tun Sie es hier! 

    Eine enge Kooperation mit Condor hatte Hunold bereits im März angekündigt. Im April hatte das Manager Magazin bereits spekuliert, die Condor könnte auch übernommen werden.

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    Verschwindet vermutlich: Markenname LTU 

    Heute Mittag wird Air Berlin-Chef Achim Hunold bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf mitteilen, wie seine weiteren Pläne mit LTU sind. Es steht zu vermuten, dass der Name LTU, der seit geraumer Zeit unverständlicherweise ohne den Zusatz “International Airways” im Markt ist, verschwinden wird und die Flugzeuge mit Air Berlin-Logo versehen werden. Außer an wenigen kleineren Flughäfen, die LTU seit langer Zeit bedient, dürfte die gestützte Erinnerung an den Namen LTU äußerst gering sein. Air Berlin ist der merkfähigere Name.

    Im Anschluss an die Pressekonferenz findet bei LTU eine Personalversammlung statt, bei der es vermutlich hoch hergehen wird.

    FAZ über den geplanten Deal

    Netzeitung: Air Berlin will Lufthansa bei Condor ausstechen

    finanzen.net: Bundeskartellamt sieht Air Berlin-Pläne “mit Bedenken”

    LTU: Nonstop ins Zockerparadies Las Vegas

    Mai 4, 2007

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    Spektakulär: Der neue Skywalk am Grand Canyon 

    Vor vielen Jahren bot LTU schon mal die Nonstop-Verbindung nach Phoenix, Arizona, an. Eine Kopplung mit Las Vegas, die nahe gelegen hätte, unterblieb, weshalb die allein nicht lukrative Verbindung in den Grand Canyon State, zugleich das Golfparadies schlechthin, wieder eingestellt wurde. Das haben damals viele Reisende bedauert und flogen dann mit Condor, die das Ziel kurzfristig in den Flugplan aufnahm und heute noch drei Mal wöchentlich anfliegt, allerdings ab Frankfurt. LTU düst nun jeweils am Montag und Donnerstag nonstop in das Zockerparadies Las Vegas. Da Los Angeles mit LTU nun fünf Mal wöchentlich ab DUS nonstop erreichbar ist, bieten sich auch praktische “Gabelflüge” an – z.B. Düsseldorf-Las Vegas-Los Angeles-Düsseldorf – oder umgekehrt. Die für mich schönste Gegend der USA ist damit perfekt erschlossen. Las Vegas besuchen heißt für viele: 2 Tage Zocken, Staunen, Shows besuchen – und dann in den Mietwagen und Freiheit atmen – Nevada, Arizona, New Mexico, Utah.

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    Sonnenuntergang in Arizona

    Wenn Sie die “Mutter aller Straßen”, die “Route 66″ reizt, finden Sie HIER einen Tourvorschlag. Eine Canyon-Tour HIER und eine weitere Reiseroute, die in meiner Lieblingsstadt im Südwesten, in Sedona, beginnt wird HIER empfohlen. Sedona war Lieblingsort des Malers Paul Klee, der das unbeschreibliche Licht dort über alles liebte und monatelang in Sedona lebte und malte. Hier noch ein schönes Bilderbuch über Arizona, wenn Sie mal blättern wollen.

    Manager Magazin spekuliert: Achim Hunold könnte auch noch die Condor kaufen

    April 22, 2007

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    Achim Hunold – Foto: www.hsbuehler.com

    Er hat die Air Berlin aufgebaut, die dba übernommen und binnen kurzem integriert und kürzlich auch seinen einstigen Arbeitgeber LTU in sein Luftfahrt-Imperium eingegliedert: Achim Hunold. Das aktuelle Manager Magazin spekuliert nun, er könnte auch die Condor übernehmen. Deren Chef Ralf Teckentrup, ein hervorragender Airliner, favorisiere das auch. Denn er rechne sich aus, Achim Hunold beerben zu können. Der Düsseldorfer Hunold sagte zwar erst kürzlich vor dem Marketing Club Düsseldorf, er habe noch keine Lust zu Hause zu bleiben und den Müll rauszubringen. Doch das Manager Magazin will wissen, dass er ein wenig kürzer treten will. Künftig also CEO (Chief Executive Officer) Teckentrup, Chairman Hunold? Man wird sehen. Das Manager Magazin spekuliert auch, dass TUI-Chef Michael Frenzel, der kurzfristig sogar überlegt hatte, die Air Berlin zu übernehmen, darüber nachdenke, Air Berlin/LTU/Condor auf der Fernstrecke Konkurrenz zu machen. Bislang saßen TUI-Gäste auf Condor- oder LTU-Sitzen, wenn`s um Urlaub in Übersee ging. Die Neuerwerbung der TUI, Megaveranstalter First Choice in England, könnte jedoch eigene Flieger beisteuern. Manager Magazin spekuliert, Frenzel werden den Luftkampf gegen Air Berlin aufnehmen.

    Nachtrag, 23.4.: Die Nachrichtenagentur dpa meldete in einem Stück über die Beibehaltung des Firmensitzes der Air Berlin in Berlin Folgendes: “Hunold kündigte an, seinen bis 2011 laufenden Vertrag möglicherweise um weitere fünf Jahre zu verlängern. Dies sei wegen seiner persönlichen Lebensplanung wahrscheinlich, sagte Hunold am Samstag in Berlin. Sein Vertrag als Vorstandsvorsitzender laufe bis 2011 und er gedenke, ihn auch zu erfüllen.”

    Hans Rudolf Wöhrl in Brief an LTU-Mitarbeiter: Warnstreik war Grund für die Verkaufsentscheidung

    März 28, 2007

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    Ex-LTU-Mehrheitsgesellschafter Hans Rudolf Wöhrl 

    Die Mitarbeiter der LTU diskutieren, wie wohl der Brief zu interpretieren ist, den der bisherige Mehrheitsgesellschafter Hans Rudolf Wöhrl ihnen anlässlich des Verkaufs der LTU an Air Berlin geschrieben hat. Wöhrl verabschiedet sich von den Mitarbeitern der Düsseldorfer Airline wie sie ihn in seiner “Regentschaft” wahrgenommen haben: Laut und hart im Ton. Wöhrl erklärt in dem Brief, ein Warnstreik am Boden letzte Woche habe ihm verdeutlicht, dass er verkaufen solle: “Die Entscheidungsgrundlage, dass es doch zu einem Verkauf an Air Berlin gekommen ist, hat verdi geliefert. Mit dem Warnstreik am Donnerstag wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass die Mannschaft nicht für die Strategie der Geschäftsführung und der Gesellschafter zu begeistern ist.”

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    Bittere Pille 

    Am Tag vor diesem Warnstreik, so die Wöhrl-Erklärung, habe festgestanden: “Wir brechen alle Beteiligungsgespräche ab und machen alleine weiter!” Der Donnerstag habe jedoch die Wende gebracht: “Wir mußten während laufender Tarifverhandlungen die bittere Pille schlucken, dass die Arbeitnehmergremien, trotz der unstrittigen Erfolge im vergangenen Jahr, nicht bereit sind, die von uns als zukunftsträchtig eingestuften Maßnahmen mitzutragen.” So sei der Entschluss gefallen, an Air Berlin zu verkaufen. Im Hinblick auf die geplante Analystenkonferenz der Air Berlin am Montag habe man schnell handeln müssen.

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    Die Zähne gezeigt

    Emotional arbeitet sich Wöhrl in dem Schreiben an Gewerkschaft und Betriebsrat ab: “Betriebsrat und Tarifkommissionen sind heute noch stolz darauf, dass sie in unendlichen Gesprächsrunden und mit kämpferischen Parolen der Unternehmensleitung die Zähne gezeigt haben.” Das habe dazu geführt, dass die damaligen Mit-Anteilseigner der dba von einer engen Verbindung zwischen dba und LTU abgesehen haben. Wöhrl rät den LTU-Mitarbeitern in seinem Schreiben: “Verschließen Sie sich nicht wieder gegenüber Ihrem neuen Gesellschafter sondern folgen (Sie) ihm willig. Hinterfragen Sie endlich einmal konsequent die Aussagen Ihrer Standesvertreter in und außerhalb der LTU und bilden sich dann aber eine eigene Meinung. Unsere Väter wußten schon warum sie sagten: ‘Wessen Brot ich essen, dessen Lied ich singe.’ Sie wußten nur allzu genau, dass ihnen der eigene Arbeitgeber und nicht die Funktionäre das Gehalt bezahlen.”

    Wollten Nr. 2 werden 

    Der scheidende Hauptgesellschafter bekennt jedoch auch: “…der Abschied tut sehr weh. Als die INTRO GmbH (Gesellschaft Wöhrls) im Februar, gemeinsam mit der MIC (Gesellschaft von Geschäftsführer Jürgen Marbach) bei der LTU eingestiegen ist, sahen wir darin eine Chance, gemeinsam mit der dba und deren Gesellschaftern, selbst zur Nummer 2 in Deutschland zu werden. Nach erfolgter Sanierung auch der LTU hätten wir nach weiteren kapitalkräftigen Partnern gesucht oder im Rahmen eines Börsenganges die notwendige finanzielle Basis geschaffen.” Die Forderungen von Wöhrl – “Konsequente Zusammenarbeit der beiden Unternehmen und Nutzung aller Synergien, Verzicht auf einmalig 15 Mio. Euro Gehälter durch die Belegschaft, Verselbstständigung und Aufbau eines leistungsfähigen Technikunternehmens, Neuorganisation und, damit verbunden, die Streichung der wettbewerbshemmenden Betriebsvereinbarung” seien jedoch nicht erfüllt worden.

    Wöhrl weist nicht ohne Stolz darauf hin, dass “trotz der Verweigerungstaktik” das Unternehmen stabilisiert und “partnerfähig für die Air Berlin” gemacht werden konnte. Der bisherige Mehrheitsgesellschafter: “Den Mitarbeitern gegenüber blieben wir dessen ungeachtet immer loyal und fair, weil wir stets davon überzeugt waren, dass die Mehrzahl der Beschäftigten jederzeit bereit gewesen wären, unseren Vorschlägen zu folgen, wenn sie nicht ständig durch eine infame und oftmals sogar klassenkämpferische Informationspolitik der Gewerkschaften und mancher Arbeitnehmervertreter immmer und immer wieder verunsichert worden wäre.”

    Am Mittwoch vor Ostern will die LTU-Geschäftsführung den Mitarbeitern in einer Versammlung den Verkauf an Air Berlin erläutern.

    Kommentar: Wöhrl hatte die besten Absichten, er hat jedoch nicht die Dialogfähigkeit, die der LTU-Betriebsrat selbst dem erklärten Gewerkschaftsgegner Achim Hunold zubilligt. Der Air Berlin-Macher hat, wie man idealisierend sagt, ”Kerosin im Blut”, er ist ein Airliner. Wöhrl hat mit Kauf und Verkauf von dba und LTU Geld verdient, er ist und bleibt jedoch ein Kaufmann. Sein kolportierter geheimer Traum, es der Lufthansa zu zeigen, ist geplatzt. Achim Hunold wird die Lufthansa nicht angreifen wollen; dem Code Sharing mit der Condor, an der Lufthansa beteiligt ist, hätten die Lufthanseaten nicht zugestimmt, wenn sie dessen nicht sicher wären. Air Berlin ist für sie berechenbarer als Ryan Air mit dem großsprecherischen Luftfreibeuter Michael O’Leary.

    Die LTU-Mitarbeiter können nun erwarten, dass man ihnen wieder eine klare Zielsetzung gibt und dass ihre Arbeitsplätze sicher sind. Fakt ist indes auch, dass einige Ecken bei LTU ausgesputzt gehören. Zu viele Mitarbeiter haben ein Beamtendenken verinnerlicht und bremsen damit den Erfolg der überwiegend ganz hervorragenden rotweißen Crew.

    Nachtrag: Geldanleger glauben an Air Berlin. In wenigen Stunden konnte die Airline sich 293 Mio. Euro beschaffen

    SENSATION: Air Berlin kauft LTU – dazu enge Kooperation mit Condor – Achim Hunold setzt neue Ziele

    März 27, 2007

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    Macher: Achim Hunold – Foto: www.hsbuehler.com

    Das ist eine echte Sensation: Air Berlin übernimmt zu 100 Prozent die LTU – Zustimmung des Bundeskartellamtes vorausgesetzt. Die Notarverträge wurden gestern Abend unterzeichnet, heute am frühen Morgen gab Air Berlin die Presseinformation heraus. Danach soll der Name LTU, deren Belegschaft jetzt aufatmen kann, auf absehbare Zeit erhalten bleiben, außerdem soll die LTU ihre Selbstständigkeit behalten. Weitere wichtige Nachricht von Air Berlin: Das Code Share-Abkommen mit TUIFly wurde aufgekündigt, jetzt will Air Berlin mit der Condor im Marketing-Verbund fliegen. Grund für die Aufkündigung des Abkommens mit TUIFly ist die Namensgebung, auf deren Unsinnigkeit wir hier auch schon deutlich hingewiesen haben. Der Kaufpreis für die LTU beträgt laut Air Berlin 140 Mio. Euro. Zusätzlich würden zwischen 190 und 200 Mio. Euro an Nettofinanzverbindlichkeiten der LTU übernommen.

     ”Mit der Übernahme der LTU folgen wir den Wünschen des Marktes. Viele unserer Kunden, die vor allem unseren Service schätzen, fordern schon seit Jahren, dass wir auch Langstrecken anbieten. Das können wir jetzt tun, weil wir mit unseren europäischen und unseren innerdeutschen Verbindungen über das erforderliche Zubringer-Netz verfügen”, erklärte Air Berlin-Chef Achim Hunold. Durch die Übernahme der LTU ergäben sich jährliche Synergien zwischen 70 und 100 Mio. Euro. Bis zuletzt hatten Branchen-Auguren auf ein Zusammengehen von Air Berlin und Condor gesetzt, was womöglich der Lufthansa nicht recht war. Spiegel-Luftfahrt-Schreiberin Dinah Deckstein hatte sich noch gestern weit rausgehängt und die Bekanntgabe eines solchen Deals für Juni prophezeit.

    Mit dem Schritt sprengt Air Berlin die bislang selbst gesetzten Grenzen der Europa-Fliegerei und steigt auch in das Fernstrecken-Geschäft ein. Hunold hatte, gemeinsam mit Werner Huehn, die LTU zur jetzigen Größe aufgebaut, bevor der damalige Eigner WestLB, namentlich der mittlerweile verstorbene Friedel Neuber, das Erfolgsduo an die Luft setzte, weil es ihm nicht genehme Strategien verfolgte. Neuber hatte übrigens Achim Hunold gegenüber später zugegeben, dass er damit einen Fehler gemacht habe.

    Die 93 Flugzeuge im Air Berlin-Verbund und die 26 Maschinen der LTU, davon elf Langstreckenflugzeuge, machen Air Berlin mit dann 119 Flugzeugen zur viertgrößten Airline Europas – hinter Ryanair, Air France/KLM und Lufthansa. Der Marketing-Verbund mit der Condor (36 Flugzeuge) ist ein weiterer Machtfaktor. Air Berlin beförderte letztes Jahr 16,8 Mio. Passagiere, während LTU 5,3 Mio. Menschen transportierte. Doch Macher Achim Hunold wird sich mit Rang 4 nicht zufrieden geben. Der nächste Erwerb ist schon in der Pipeline – er will 49 Prozent der kleinen Schweizer Airline Belair schlucken.

    Hier die offizielle Presseinfo der Air Berlin dazu.

    Der Flughafen Düsseldorf  begrüßt die heute bekannt gegebene Akquisition der LTU durch Air Berlin. Airport-Chef Christoph Blume: „Wir freuen uns, dass die weitere Entwicklung der LTU eine solide Basis hat. Von dem Zusammenschluss erwarten wir Synergieeffekte in der Flugplanabstimmung und eine sinnvolle Erweiterung des Destinationenportfolios.“ Blume sieht auch positive Effekte im Code Sharing mit Condor.

    Air Berlin hat es mit LTU so schwer wie noch nie“, meint die Düsseldorfer Wirtschaftswoche.

    Investoren-Roulette bei LTU

    März 5, 2007

    LTU-Mehrheitsgesellschafter Hans Rudolf Wöhrl und Jürgen Marbach als Geschäftsführender Gesellschafter haben letzte Woche bekräftigt, die Airline benötige eigentlich keinen Investor. Zugleich wurde zum wiederholten Male die Condor/Thomas Cook als Wunschpartner benannt, mit dem man intensiv verhandele, wobei ein Merger (Verschmelzung) von Wöhrl als sinnvoll bezeichnet wurde. Dumm nur, dass der Lenker von Karstadt-Quelle (Mehrheitsgesellschafter von Thomas Cook), Thomas Middelhoff, sich bei einer Asienreise im Beisein von Journalisten dem Vernehmen nach an die Stirn getippt haben soll, als er die Nachricht hörte. Im Norden, bei der TUI, scheint es dafür größeres Interesse an Gesprächen zu geben. TUI-Chef Michael Frenzel wurde kürzlich bei LTU gesichtet – im Schlepp sein Airline-Chef Christoph Müller. Deutschlands größter Reiseveranstalter TUI würde mit LTU in die Langstrecke hineinwachsen, insofern würde eine Übernahme der Düsseldorfer Traditionsairline im Ansatz Sinn machen. Dem listigen Hans Rudolf Wöhrl soll es gelungen sein, an die LTU schon mal ein Preisschild zu kleben. Ein Investor, angeblich Amerikaner, ist angeblich bereit, für eine 24,9 %-Beteiligung an der LTU 45 Mio. Euro zu zahlen. Damit läge der Kaufpreis für die LTU bei rund 180 Mio. Euro. Man darf gespannt sein, wie das Investoren-Roulette sich entwickelt.

    Nachtrag, 5. März: Das Handelsblatt sieht LTU nicht auf der Übernahmeliste von Middelhoff

    Gewinn und große Pläne – Hans Rudolf Wöhrl will LTU mit Condor an die Börse bringen

    März 1, 2007

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    Die “neue” LTU – der vertikale Schriftzug soll dynamischer wirken – Fotos: LTU

    Optimistisch und kraftstrotzend präsentierte sich heute die LTU bei ihrer Pressekonferenz in der LTU Arena. Mehrheitsgesellschafter Hans Rudolf Wöhrl verriet dabei  auch, was seine Wunschvorstellung ist: ein so genannter Merger, eine Verschmelzung der LTU mit der Condor. Ein solches Unternehmen sehe er nicht innerhalb der Thomas Cook sondern selbstständig, in Form einer Aktiengesellschaft. Wöhrl: “Eine Luftverkehrsgesellschaft, die lange am Markt bleiben will, hat keine andere Chance, als an die Börse zu gehen.” Entgegen kürzlicher Ankündigungen, schon im März einen Investor präsentieren zu können, erklärte Wöhrl heute, er rechne vor einem halben Jahr mit keiner Entscheidung. Der Mehrheitsgesellschafter: “Ich wage keine Zeitprognose.” Jürgen Marbach, Geschäftsführender Gesellschafter mit 45prozentiger Beteiligung sagte zum Thema heute nur: “Ein Partner täte uns gut aber wir brauchen ihn nicht.”

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    Wöhrl zeigte heute auch am Hals Flagge: Rote Krawatte 

    Wöhrl zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des Sanierungskurses ohne jeglichen Investor. LTU sei als “schaumgeborene Venus auferstanden”, man habe mit einem Verlust von 45 Mio. Euro im letzten jahr gerechnet, davon habe man 30 Mio aufholen wollen. Dies sei schon nach zehn Monaten gelungen. Die Mitarbeiter seien gebeten worden, zu weiteren Einsparungen beizutragen. Wöhrl: “Das hat man uns verwehrt.” Der Hauptgesellschafter sprach in diesem Zusammenhang von einem “latenten Mißtrauen der Mitarbeiter gegenüber der Geschäftsführung.” Auch in einem weiteren Punkt wurden der Geschäftsführung seitens Betriebsrat und Personalvertretung Fesseln angelegt: Bei der vorgesehenen Ausgliederung der – erstklassigen – LTU-Technik. Wöhrl: “Wir wollten für andere Airlines die Wartung mit übernehmen, hätten 100 bis 200 neue Arbeitsplätze schaffen können.” Marbachs Mitgeschäftsführer Peter Oncken teilte zu dem Thema zwar mit, Gespräche liefen noch, doch Zuversicht hört sich anders an.

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     Flott: neue LTU-Uniformen

    Dennoch, sagt Geschäftsführer Jürgen Marbach, sei im letzten Jahr “etwas passiert, das wichtiger ist als jede Zahl: Die Mitarbeiter glauben wieder selbst an ihr Unternehmen.” Für 2007, so Marbach, habe man lediglich geplant, die so genannte “Schwarze Null” zu erreichen. Dies könne man nach oben korrigieren. Marbach: “Im ersten Quartal werden wir ein Umsatzplus von 12,5 Prozent erreichen.” Im Gesamtjahr habe die Geschäftsführung mit einem Plus von fünf Prozent geplant, damit werde die “Schwarze Null” schon erreicht. Marbach deutete jedoch an, dass weitaus mehr drin ist. Die Wintermonate sind in der touristisch betonten Luftfahrt weit schwächer als die warmen Monate. Nach 12,5 % Umsatzplus von Januar bis März sieht der Airliner offensichtlich Luft nach oben. Im letzten Jahr sei es gelungen, den Umsatz um über 100 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr auf eine runde Milliarde Euro zu steigern.

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    Nicht unbedingt viel – aber gesund: Neues Speisenangebot ab Mai

    Die Botschaft der Pressekonferenz: Die LTU hebt ab. Und das mit neuem Design (Agentur Meyer-Waldeck). Marbach zitierte aus Befragungen, die rote Kabine der LTU werde als “behütend” emfpunden, doch zu einer Airline nationaler Bedeutung passe eher der weiße Rumpf. Das Rot der LTU sei erhalten geblieben, doch dynamischer platziert. Damit sollen offensichtlich mehr Businessflieger auf die Sitze kommen. Marbach: “Wir bewegen uns weg vom Ferienflieger, haben “45 Prozent Fluggäste außerhalb des klassischen Pauschalreisesegments.” Die Langstrecke soll ausgebaut werden, u.a. mit 14 wöchentlichen Flügen nach Bangkok im Winter, die Auslastung der Maschinen werde bei 82 Prozent liegen. Für die Langstrecke will Marbach den aktuell 27 Maschinen vier Langstreckenjets des Typs A 340-300 hinzufügen.

    Die “neue” LTU, das soll nicht nur die Bemalung sagen. Auch an Bord wird aufgefrischt: Neue kesse Uniformen (denen offensichtlich die auf Dauer-Kontra gebürstete Personalvertretung noch nicht zugestimmt hat) und neues, gesundes Essen, das gemeinsam mit Caterer Gate Gourmet und der Zeitschrift “Fit for Fun” entwickelt wurde. Was dann auf den Tabletts liegt, ist zum Teil sehr übersichtlich, weshalb Hans Rudolf Wöhrl auch schon ahnt: “Das wird uns Kritik einbringen.”

    LTU: Einstieg von Thomas Cook wahrscheinlich – Partnerschaft mit Condor

    Februar 27, 2007

    Gerade hatten wir HIER die Meinung geäußert, dass eine Partnerschaft zwischen Thomas Cook mit der Airline Condor und der Düsseldorfer LTU von allen Verkaufs- bzw. Übernahmeszenarien am meisten Sinn machen würde. Heute meldet das wichtigste Touristikmagazin fvw International, dass ein Einstieg von Thomas Cook wahrscheinlich erscheint: “Heißester Kandidat dürfte die Thomas Cook Group sein.

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