Düsseldorf Headlines, Dienstag, 18.06.2014

Juni 17, 2014

BILD Düsseldorf: 1. EINPARK-ROBOTER AM FLUGHAFEN

EXPRESS Düsseldorf: GEISELS 10-PUNKTE-PLAN FÜR DÜSSELDORF – Neuer OB verrät im Express sein Programm

NRZ Düsseldorf: DIRK ELBERS PACKT SCHON SEINE SACHEN – Und der zukünftige OB Thomas Geisel stellt schon die Weichen für seine Amtszeit, die am 2. September beginnt

RHEINISCHE POST Düsseldorf: GEISEL: KREDITE FÜR NEUE BÄUME DENKBAR – Am ersten Tag nach seinem deutlichen Sieg bei der Stichwahl positioniert sich der designierte Rathaus-Chef bereits zu wichtigen Themen. SPD und Grüne trafen sich gestern zur Sondierung, heute treffen sich CDU und Grüne

WESTDEUTSCHE ZEITUNG Düsseldorf: BLEIBT ELBERS BIS SEPTEMBER IM AMT? Amtszeit des Wahlverlierers endet erst in elf Wochen. Der neue OB Geisel legt aber politisch schon los.

Antenne Düsseldorf: DÜSSELDORF FEIERT DEN 4:0 – WM-SIEG GEGEN PORTUGAL

center.tv: MACHTWECHSEL IN DÜSSELDORF – THOMAS GEISEL GEWINNT DIE STICHWAHL

Düsseldorf Headlines, Freitag, 07. Februar 2014

Februar 7, 2014

BILD Düsseldorf: Kadirye W, in St. Tönis vor den Augen ihrer Kinder ermordet / IHR MANN TÖTETE SIE MIT EINEM STICH INS HERZ!

EXPRESS Düsseldorf: BUSEN-PAPST ANSARI: SEINE EX IM KNAST

NRZ Düsseldorf: Düsseldorfer Stadtrat: CDU und FDP boykottieren Homophobie-Antrag wegen Linkspartei

RHEINISCHE POST Düsseldorf: SCHAUSPIELHAUS: VORWÜRFE GEGEN PRÜFER / Schon seit Jahren hat es Mängel im Management des Schauspielhauses gegeben.

WESTDEUTSCHE ZEITUNG Düsseldorf: CITY DROHT HEUTE VERKEHRSCHAOS / Die Berliner Allee ist wegen Bauarbeiten für den Kö-Bogen-Tunnel komplett gesperrt

Antenne Düsseldorf: ACHTUNG AUTOFAHRER: BERLINER ALLEE IST DICHT!

Center.tv: Debatte um NRW-Hochschulpolitik: PODIUMSDISKUSSION AN DER HEINRICH-HEINE-UNI

Düsseldorf Headlines, Montag 14. Oktober 2013

Oktober 14, 2013

BILD Düsseldorf: Mitten auf der Strecke / HUNGRIGER RHEINBAHNER STOPPT BEI DÖNERLADEN!

EXPRESS Düsseldorf: 95 000 Fans beim Abschied der Toten Hosen / JUNGS, KOMMT BALD WIEDER

NRZ Düsseldorf: TRAUER UM DEN “UNVERZICHTBAREN” / Der frühere CC-Geschäftsführer Jürgen Rieck starb im Alter von 77 Jahren

RHEINISCHE POST Düsseldorf: NEUER VORTSTOß FÜR SCHULDENBREMSE IM RAT / Die FDP will die Aufnahme neuer Kredite verhindern. Ähnliche Ideen gab es schon mehrfach. OB Elbers begrüßt das.

WESTDEUTSCHE ZEITUNG Düsseldorf: DER RETTER DES DÜSSELDORFER KARNEVALS STARB MIT 77 / Jürgen Rieck war über 17 Jahre lang Geschäftsführer des Carneval Cimitee. Er sorgte für den Schuldenabbau.

Antenne Düsseldorf: HEINE-UNI: VORLESUNGSSTART FÜR 4.700 ERSTSEMESTER

Center.tv: Konzert in der Esprit-Arena in Düsseldorf – DIE TOTEN HOSEN TRIUMPHIEREN BEI TOUR-FINALE


St. Sebastianus Schützen von 1316 geben Vereinsurkunde aus dem Mittelalter in Obhut des Stadtmuseums

April 17, 2013

Das älteste authentische Dokument des St.-Sebastianus-Schützenvereins jetzt in der Ausstellung des Stadtmuseums

Im Beisein von Oberbürgermeister Dirk Elbers übergab der St.-Sebastianus-Schützenverein von 1316 e.V. heute dem Stadtmuseum der Landeshauptstadt seine älteste erhaltene Vereinsurkunde aus dem frühen 15. Jahrhundert als Dauerleihgabe. Dank dieser großzügigen Überlassung ist es dem Stadtmuseum möglich, die frühe Geschichte Düsseldorfs mit einem einzigartigen Originalexponat zu beleuchten. Lothar Inden, 1. Chef der St. Sebastianus Schützen und Geschäftsführer: “Damit haben wir unser wertvollstes Dokument jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, im Stadtmuseum findet es einen absolut angemessenen Rahmen.”

Die spätmittelalterliche Urkunde bildet zeitlich den Auftakt für eine Vielzahl weiterer Schützenkleinode, die bereits als Dauerleihgaben im Stadtmuseum ausgestellt sind. In den Sammlungen des Stadtmuseums kann nun das Schützenwesen als integraler Bestandteil der Düsseldorfer Stadtgesellschaft vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart präsentiert werden. [mehr...]

Das war unsere Kö um 1910

November 19, 2012

Nein, so türkisgrün leuchtete auch um 1910 herum der Kögraben nicht, hier hat offensichtlich derjenige, der diese 1912 versandte Postkarte koloriert hat, ein wenig übertrieben. So prächtig präsentierte sich die Kö um die Wendezeit zum vergangenen Jahrhundert mit ihren Häusern im neoklassizistischen Stil und dichtem Baumbestand.

Unsere Königsallee: So sah sie 1957 aus

November 9, 2012

Schon 1957 war die Kö ein Prachtboulevard. Wie man sieht, herrschte für damalige Zeiten schon ein reger Autoverkehr. Wir sehen, dass links alles zugeparkt ist, rechts, bei Otto Bittner, war bereits Kaffee und Kuchen im Angebot. Auf der Kö fuhr noch die Straßenbahn (man sieht im Hintergrund zwei Wagen). Mit dieser Postkarte grüßte ein Helmut am 5. Juli 1957 seine “liebe Erna” in Berlin.

So sah der Kögraben 1904 aus

Oktober 18, 2012

Unsere Kö im Wandel der Zeiten. So sah der Kö-Graben im Jahre 1904 aus. Die Baumkronen waren nicht so dicht zusammengewachsen wie heute und der Rasen war durchweg grün. Die Postkarte wurde im April verschickt.

Wieder Bötchenfahren am Schwanenspiegel?

Oktober 2, 2012

Die reinste Idylle: Bötchen vor dem alten Seehaus am Schwanenspiegel

“Kaiserteich wieder mit Booten?”  fragt die Rheinische Post heute. Das wäre sicher eine gute Idee, wie dieses Foto zeigt. Vor dem “Fischerhaus” am Schwanenspiegel liegen Boote, in denen im letzten Jahrhundert bevorzugt Verliebte über den Kaiserteich ruderten. Diese Postkarte, frankiert mit “Feldpost” und geschrieben in feinster Sütterlin-Schrift, wurde am 21.4.1917 verschickt, mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs. Wenige Tage zuvor, am 6. April, hatten die USA dem Deutschen Reich den Krieg erklärt. Am 17. April hatte Lenin in seinen “Aprilthesen” die weitere Entwicklung der Revolution skizziert und in Frankreich waren verheerende Kämpfe zu Ende gegangen.

 

Düsseldorf 1893 – hat sich viel verändert…

Juli 30, 2012

Diesen Stadtplan habe ich bei ebay aufgestöbert: Düsseldorf-Plan aus der fünften Auflage von Meyer’s Konversationslexikon. Das bedeutet: Der Plan zeigt Düsseldorf etwa im Jahr 1893. Hat sich ganz schön was verändert seitdem.

Hier gibt es noch den Zoologischen Garten, die Kavalleriekaserne in der Neustadt (heute Medienhafen) und in der Karlstadt die Infanteriekaserne mit Exerzierplatz an der Königsallee. In Derendorf existierte eine “Mägde-Herberge” und in der Neustadt eine “Irrenanstalt”. Natürlich ist auch noch der kleine städtische Rheinhafen in Funktion, der sogenannte “Sicherheitshafen”. Gleich daneben die “Städtische Schwimmanstalt” mit Damenbad und Herrenbad. Klicken Sie sich die Karte groß und entdecken Sie die Details…

Düsseldorf Headlines, Freitag, 17. Dezember 2010

Dezember 17, 2010

BILD Düsseldorf:  Neben Ihrem Kloster hörten sie einen schrecklichen Schrei! Jetzt der Appell der Nonnen an den Entführer des 11-Jährigen/ “LEG’  EINEN ZETTEL IN UNSERE KRIPPE, WO DU MIRCO VERSTECKT HAST”

EXPRESS Düsseldorf: Beide Landebahnen für zwei Stunden gesperrt / TIEF “PETRA” LEGTE FLUGHAFEN LAHM

NRZ Düsseldorf:   DAS GROßE CHAOS BLIEB AUS /  Zwar schneite es gestern stundenlag in Düsseldorf, aber der Verkehr kam nicht zum Erliegen.

RHEINISCHE POST Düsseldorf:  TIERTAFEL AUF 5000 EURO VERKLAGT / Selbstlos hatte eine Ex-Tierärztin dem Verein Düsseldorfer Tiertafel ihre Praxisräume kostenlos überlassen. Doch nun fehlen hochwertige Instrumente aus der Praxis. Beim Landgericht klagt die Ärztin auf Schadenersatz.

WESTDEUTSCHE ZEITUNG Düsseldorf:  VERKEHRSAMT HAT SCHON 300 RÄUMMUFFEL VERWARNT / SCHNEE Viele Knochenbrüche: Mehr Unfälle mit Fußgängern. Flughafen am Abend wieder gesperrt.

center.tv:  TIEF “PETRA”: SCHNEE-CHAOS KAM AM ABEND

Antenne Düsseldorf:  DEG HEUTE GEGEN EISBÄREN BERLIN

Zeitungen in alphabetischer Reihenfolge – eigentliche Headline in Versalien

Düsseldorf Headlines, Freitag, 26. November 2010

November 26, 2010

BILD Düsseldorf:  Die Kamikatze von Willich / ORDNUNGSAMT STELLT FALLE AUF!

EXPRESS Düsseldorf:  VORTEILSANNAHME-VORWÜRFE / ANSCHLÄGE / MOBBING? /  DAS IDYLL TRÜGT/ KRIEG BEI DER REITERSTAFFEL!

NRZ Düsseldorf:  SCHULESSEN: ZU UNGESUND, ZU KALT / Eltern kritisieren schlechte Verpflegung der Kinder im Ganztag. Offener Elternabend am 2. Dezember

RHEINISCHE POST Düsseldorf: POLITIK KRITISIERT GEPÄCK-AUS/ Aus Furcht vor Anschlägen stellt die Rheinbahn an den Adventssamstagen keine Busse mehr auf, in denen kostenlos Einkaufstüten deponiert werden können. SPD, Grüne und FDP finden das überzogen, warnen vor Hysterie.

WESTDEUTSCHE ZEITUNG Düsseldorf:  ALLE 550 NIROSTA-JOBS BLEIBEN ERHALTEN – IN KREFELD / WIRTSCHAFT Trotz des Wegzugs hält die Stadt den Industrie-Standort Düsseldorf für stark. 670 neue Jobs in Reisholz

center.tv:  VORBILDLICHE  VERKEHRSFÜHRUNG / ADAC: GUTE NOTEN FÜR BAUSTELLEN

Antenne Düsseldorf:  DISKUSSION UM DIE TONHALLEN-TERRASSE

Zeitungen in alphabetischer Reihenfolge – eigentliche Headline in Versalien

Oberbürgermeister-Wahl Düsseldorf: In welcher Tradition Dirk Elbers oder Karin Kortmann stehen

Juli 8, 2008

Am 31. August wählt Düsseldorf zum 36.Mal seinen Oberbürgermeister. Zur Wahl stehen Dirk Elbers (CDU) und Karin Kortmann (SPD). Aus diesem Anlass ein Blick zurück von Dieter Jäger (Düsseldorfer Geschichtswerkstatt):

Am 1. Dez 1813 wurde der Beigeordnete Heinrich Schnabel zum ersten „Oberbürgermeister“ ernannt.  Die preussische Regierung hat es offensichtlich als schwierig erachtet, „ein qualifiziertes Subjekt zu dem gerade gegenwärtig höchst lästigen Geschäft eines Bürgermeistes von Düsseldorf zu gewinnen“.

Dementsprechend groß war der Verschleiß der ersten Ob s zu Beginn der Preussischen Herrschaft – jedes halbe Jahr ein neuer Oberbürgermeister!

Die heftig geführte Schlammschlacht zwischen zwei Bewerbern 1818 ging in die Geschichtsbücher ein und führte zu einer Skala von Qualitäten, die ein künftiger Bewerber vorzuweisen habe (Aufzeichnungen des damals sehr geschätzten Appellationsgerichtsrates Theodor Lenzen)

1. gesetztes Alter
2. Wissenschaftliche Bildung
3. Kenntnisse in Recht und Ökonomie
4. Familienvater
5. hier begütert
6. 10 Jahre hier ansässig
7. in öffentlicher Verwaltung tätig
8. guter Haushalter im eigenen Haus
9. redlich, klug, mutig, bescheiden, sanftmütig, wohltätig
10. beliebt bei Bürgern und Liebe zu Bürgern
11. religiös, doch duldsam

Vor 1813 gab es nur Bürgermeister und das Leben schien einfacher. Er herrschte über 4 Schöffen, die vom Fürst bestimmt und 4 Räte, die vom Bürger gewählt waren.

Die „Schöffen“ waren seit Karl dem Großen die „Urteilsfinder“, die „Räte“ konnten intelligent raten, d.h. “Runen lesen“, und dann „Ratschläge“ geben. Allerdings wurde daraus bald ein Familienclan der immer gleichen Apotheker, Wirte und Weinhändler.  Das Schönste war dann auch immer, dass alle Amtshandlungen mit einem großen „Gelage“ im Wirtshaus endeten. Der  magnus(große) magister, also „Meister“ der Bürger nannte sein Kollegium bald „Magistrat“. Der Meister vertrat die Stadt im „Landtag“ oft gegen seinen Fürsten, von dem er im herrschaftlichen 17. 18. Jh. mehr und mehr geknebelt wurde. Im Dienst des Fürsten standen der „Schultheiß“,  der die Schuld einforderte, also Gerichtsvollzieher, und – noch gefährlicher – der „Amtmann“, der die oberste Gerichtsgewalt besaß.  Sein „Amtsgericht“ wird dann ja auch das harmlosere Schöffengericht ersetzen

Immerhin war der Bürgermeister der wichtigste Mann der Stadt. Er setzte die Preise fest, kontrollierte alle Einnahmen und Ausgaben, und auch wenn er auch nur das Doppelte eines Stadtrates bezog, so kam er doch durch die vielen Nebeneinkünfte (Hebegelder bei Steuerfestsetzungen, Diäten bei Landtagen, Gelder für Prüfungen)  auf  das Vierfache seines Gehalts. Er wurde so mächtig, dass die Bürger öfter gegen ihren Magistrat  als gegen den Fürst rebellierten.

Der letzte Bürgermeister, französisch „Maire“ genannt, ist in die Lokalgeschichte eingegangen. Auf die 100 Fragen der französischen Verwaltung über seine Stadt Düsseldorf antwortete Maire Pfeill 1806 wahrheitsgemäß
zur Frage 73 (“Was ist der moralische Hang der Einwohner?“):

„Die allgemeine Stimmung der hiesigen Einwohner ist in einem vielleicht zu hohen Grade zum Genuß eines jeden geselligen Vergnügens und der Zerstreuung bereit“.

Düsseldorf Damals: Die Wehrhahnlinie gab’s schon mal – als Pferdebahn – Warnschilder vor spitzen Hutnadeln

Januar 2, 2008

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Eine Pferdebahn, so wie diese in Aachen, fuhr auch in Düsseldorf

Am 29. August 1875 erhielt der Belgier Leopold Boyart die Konzession für die erste Pferdeeisenbahn. Sie verlief nach dem Startschuß am 1. Februar 1876 genau vom Burgplatz vor dem Schlossturm aus über die Kasernenstrasse zum Graf Adolf Platz, wo der Bahnhof der Eisenbahn lag. Zwei Tage später fuhr die zweite Linie auch vom Burgplatz aus über Flingerstrasse –Schadowstrasse zur Tonhalle (heute Karstadt).

Das heißt: die beiden ersten Linien verliefen fast genau wie die künftige letzte U-Bahn.

Die Stadt bat sich einige Konzessionen aus: vor allem die Erlaubnis, Leichentransporte mit der Bahn durchzuführen. Die Geschwindigkeit durfte nicht über 12km/Std betragen. Der Belgier musste den Ratsherren einen privaten Kontostand von 100 000 Mark nachweisen, eine Kaution von 120 000 Mark bereitstellen und eine jährliche Konzessionsabgabe an die Stadt zahlen. Im Sommer sollte 14 Std, im Winter 12 Std täglich gefahren werden.

In den ersten Monaten gab es nur acht Wagen, Hin- und Rückfahrt mit Ausweichen in der Streckenmitte. Der Rhythmus von 10 Minuten wurde also erst viel später erreicht. Die Linie 1 hatte nachts ein grünes, die Linie 2 ein weißes Licht. Es fuhren jeweils zwei Wagen mit je 12 Sitz- und 18 Stehplätzen.

Die Erste Klasse kostete 5 Pfennig mehr, hatte Sitzpolster und lag in den hinteren Reihen der Wagen. Bei der Rückfahrt musste der Conducteur die Polster wieder nach hinten bringen: die Wagen konnten nicht gedreht werden. Die ersten Sommerwagen etwas später waren seitlich offen und hatten ganzseitig Trittbretter, so dass man vom Sitz direkt auf die Strasse treten konnte. Bei Regen wurde eine Plane heruntergerollt. Es gab vorne und hinten offene Perrons mit Kettensicherung.

An der Außenseite der Wagen hingen bald erste Reklameschilder (meist „Maggi Suppe“), innen wurde vor spitzen Hutna- deln der Damen gewarnt.

Die Bahn hatte natürlich, wie alles Neue, viele Spötter:

„In Düsseldorf ist`s jemütlich / Mer han ne Pferdebahn. / Dat eene Päd, dat trekt nit, dat andre, dat is lahm. /  Der Kutscher ist besoffen, die Deichsel, die ist krumm / Und alle paar Minuten, da fällt die Kiste um“.

Düsseldorf Damals – ein Plädoyer für den Erhalt des Gerresheimer Ringofens

Dezember 22, 2007

Die Wohnsiedlung „Am Wildpark“ neben der Bergischen Landstrasse in Gerresheim tritt im Winter 2007 in eine entscheidende Phase. Der denkmalgeschützte Ringofen der Firma Sassen liegt mittendrin. Der Ofen ist das letzte Beispiel dieser Art in Düsseldorf. Es ist nicht irgendein Industriedenkmal. Er markiert die Anfänge der Düsseldorfer Industriezeit des 18. und 19. Jahrhunderts, wie kaum ein anderes Denkmal.

Ohne Ziegel und Dachpfannen hätte es den schnellen Ausbau der Stadt im 19. Jahrhundert nicht gegeben. Deshalb sind alle städtischen Karten des 18. / 19. Jahrhunderts durchsetzt mit dem Wort „Ziegelei“.

Lange bevor die Belgier 1850 in Oberbilk die Düsseldorfer Schwerindustrie starteten, haben gleichfalls Belgier, die sogenannten „Ziegelwallonen“, die Ziegel und Dachpfannen gebrannt, die das Düsseldorf des 19. Jahrhunderts geprägt haben. Von der grauweißen Farbe der Fachwerk- und Strohdachhäuser im Jahrhundert zuvor wird Düsseldorf zur „Roten Stadt“ der Backsteine. Die Wallonen um die Stadt Lüttich herum hatten in punkto Ziegel wegen der Bodenschätze des Ardenner Waldes seit Urzeiten die Nase vorn.

Die Flutlehme und Sande, die der Rhein auf seinem vorletzten Flussbett (und das ist das Terrain der Stadt bis zum Grafenberger Wald) abgelagert hatte, waren ideale Voraussetzungen für die Ziegelherstellung.

Dieser Industriezweig war wegen der besonders harten körperlichen Arbeit schon immer Wanderarbeitern vorbehalten, bei uns waren es die Wallonen. Sie waren raue Gesellen, bei den Düsseldorfern nicht gerade beliebt.

Die Ziegel wurden anfangs mit einem offenen Feldbrand-Verfahren hergestellt, bis im 19. Jahrhundert der Ringofen erfunden wurde.

Nach dem Lehmabstich schleppten die robusten Kerle im Wettbewerb in so genannten „Lehmvögeln“ (Körben) den Lehm (oft über einen Zentner schwer) zu einem Holzbottich neben ihrer Ziegelbude, wo sie schliefen. Wer am meisten „buckeln“ konnte, war Tagessieger. Im Bottich traten die Ziegler den mit Wasser genässten Lehm, bis er die weiche Konsistenz hatte, die im Handstrichverfahren die Form ideal ausfüllte: das war die Aufgabe des sog. „Ziegelschlägers“. Ein guter Ziegelschläger fertigte in einer Stunde 100 Steine. Zwei Tage Antrockenzeit, Umdrehen, noch mal zwei Tage. Dann das Brennen im Feldbrandofen, der durch kleine Öffnungen mit Kohle befeuert wurde.
Um 1855 wurde der Ringofen entwickelt, ein Oval von etwa 20 Kammern, die hintereinander befeuert und gekühlt wurden, so dass kontinuierlich produziert werden konnte.

Die Erkrather Klosterstrasse war die Hauptstrasse der Ziegelherstellung, daher ihr alter Name Pfannschoppenstrasse (ab 1854 Klosterstrasse wegen des heute noch bestehenden Franziskanerklosters). Das Gebiet des Hauptbahnhofs war durch Ausziegelungen derart versumpft, dass beim Bau des Bahnhofs 1885 gewaltige Mengen Sand aus den Gerresheimer Höhen die Vertiefungen wieder ausgleichen mussten.

Düsseldorf im Rückspiegel – Der Kartäusermönch von Unterrath

Oktober 8, 2007

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Wappen des Kartäuser-Ordens
Der Kartäuser Mönch ist weg. Doch man hat ihn nicht gestohlen, er wird bloß renoviert. Danach wird er wieder seinen angestammten Platz im Kittelbachpark einnehmen. Die Nachricht von der Renovierung – ein Anlass für einen Blick zurück.

Der Kartäuser Orden saß von 1869 bis 1964 in Haus Hain, einer alten Wasserburg, die im jetzigen Flughafengelände lag. 100 Jahre lang taten die Mönche Gutes für die Unterrather Bevölkerung, so dass selbst die Nazis sie trotz Widerstands  in Ruhe ließen. Es war die erste Kartause Deutschlands nach der Säkularisierung überhaupt. Der Schweigeorden war 1084 in den französischen Alpen (La Chartreuse) gegründet worden. Durch einen Roman von Stendal (La Chartreuse de Parme) wurde er weltberühmt.

Düsseldorf hatte drei Königshöfe

Haus Hain sagt viel aus über die merkwürdige Geschichte von Unterrrath. Vergessen wir das jetzige Rath und Oberrath: es waren nur Haltestellen der Eisenbahn im 19.Jh. Nein, nur das jetzige Unterrath ist der geschichtsträchtige uralte Boden von Rath.

Düsseldorf hatte drei Königshöfe: Kaiserswerth, den Burghof in Bilk und den Königshof in Rath. Der Rather Königshof war von zwölf  großen Höfen des Adels umgeben, von denen einige bis ins  heutige Gedächtnis überlebt haben: Volkardey, Haus Hain, Große Burg, Alte Burg, Röttgen, Gather Hof, Ikter Hof.
 
Der Königshof war der heutige Hofer Hof. An ihn erinnert nur die Strasse: “Am Königshof“  Er wird 1247 erstmals erwähnt, ist aber viel älter. Die Sachsenkönige (Salier), dann die Stauffer haben sich seit dem 11.Jh. in dieser Gegend aufgehalten.  Mitten im Wald gelegen, bot der Königshof ideale Voraussetzungen für glanzvolle königliche Jagdgesellschaften

In Unterrath fing alles an

Gleich neben dem Königshof liegt seit 1347 Düsseldorfs ältestes Kloster „Maria Not“ der Franziskanerinnen, dem die noch ältere Rather Kapelle von 1227 zugrunde liegt.  Die heutige Pfarrkirche an dieser Stelle „Maria unter dem Kreuz“ stammt von 1869 und das „Damenhaus“ der „Töchter vom heiligen Kreuz“ aus dem Jahr 1857 gleich daneben ist heute ein Haus für geistig und körperlich Behinderte.

Vergessen wir also für einen Augenblick die Jesuiten, die Ursulinen, die Karmelitessen,  selbst die uralten Kreuzherren (Gerresheim war ein Stift, kein Kloster, genauso wie Lambertus). Abgesehen vom Benedektinerkloster des Heiligen Suitbertus in Kaiserswerth ist also Unterrath  der Beginn der Düsseldorfer Klostergeschichte

“Im Himmelreich”

Die Sonderstellung dieser Region zeigt sich  auch daran, dass das oberste Gericht, dem auch Düsseldorf unterstellt war, immer zwischen Kaiserswerth und Rath lag, also in Kreuzberg, dem Gebiet der heutigen Diakonissenanstalt. Dieser „Kreuzberg“ war nur zwei Meter höher als das Umland, aber wegen des Hochwassers entscheidend für unsere Vorfahren: sie nannten diese Anhöhen „In der Luft“ oder schöner „Im Himmelreich“.

Das alte Rath am vergessenen Kittelbach (damals viel wichtiger als die Düssel) ist heute im umtriebigen Flughafen fast verschwunden. Freuen wir uns, dass nur einige 100 Meter neben dem alten Königshof jetzt wieder das Leben tobt: im ISS Dome an der Theodorstrasse in Unterrath.

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