GLOSSE: Horst Eckert/Kai Schumacher: That’s what friends are for

März 17, 2006 by  

“Nö, die Story is nich’ wirklich gut, aber gerade deshalb brauche ich PR wie verrückt”. Krimiautor Horst Eckert schaute betrübt in sein Altglas und fixierte dann seinen Freund Kai Schumacher. Der rieb sich nachdenklich die Nase, worauf sich sein Gesicht bald zu einem richtig fetten Grinsen verzog: “Ich hab’s, warte ab, das wird ein Knaller. Ich krieg das hin, dass die Stadt über Dich redet, wetten!”

Eckert erfuhr am nächsten Tag, wo er die Lesung seines Beitrags für das Buch “Blutgrätsche” anstreben solle – in der städtischen Zentralbibliothek. Sein Verlag machte den Termin und Kai Schumacher ließ ihn absagen. So einfach. Seit mittlerweile drei Tagen bewegt das Thema Eckert und Maulkorb nun die Düsseldorfer Medien – ein Popularitätsrausch ohnegleichen. Gestern wurden Eckert und Schumacher in einem Nobelrestaurant gesehen, vergnügt, feixend. Eckert zahlte. Der Autor ist mittlerweile sogar Thema im FEUILLETON der FAZ.

In der Rheinischen Post von heute ließ Schumacher die Hose runter. Zu der Publicity für Eckert, die aus dem Verbot der Lesung in der Stadtbücherei resultierte, bekannte der Stadtkommunikator: “Das haben wir berücksichtigt”. Um seinem Freund Horst Eckert auch noch die Möglichkeit zur Lesung zu geben, sprach Schumacher Manes Meckenstock an. Könne er nicht Eckert in sein “Haus der Freude” einladen…, dann würde er im Gegenzug dafür sorgen, dass auch er, Meckenstock, mal wieder auf einer städtischen Bühne willkommen sei. Manes war freudig überrascht ob der Kreativität dieser Vorgehensweise.

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