Die SPD-Fraktion und ihre teuren Stromwünsche

März 29, 2006 by  

Die SPD-Fraktion will in der nächsten Ratssitzung am 6. April beantragen, dass die Stadt in Zukunft keinen Atomstrom mehr einkaufen soll. Die SPD möchte nach Kündigung des Liefervertrages mit den Stadtwerken in die Neuausschreibung laut WZ aufnehmen, dass die Lieferung von Atomstrom ausgeschlossen wird. Gleichzeitig soll ein Anteil erneuerbarer Energiequellen in Höhe von 12 Prozent festgeschrieben werden.

In der Tat gibt es seit dem 15. Dezember 2005 eine Kennzeichnungspflicht über die Art der eingespeisten Energie – nach EU-Vorgaben unterschieden zwischen Kernkraft, erneuerbaren Energien sowie fossilen Brennstoffen. Typisch deutsch haben wir noch zusätzliche Angaben über die CO2-Emissionen und den radioaktiven Abfall dazugefügt. Naturstrom ist uns lieb und teuer. Im Jahr 2004 hat uns die Förderung erneuerbarer Energie 2,4 Mrd. Euro gekostet. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Der durchschnittliche 3-Personen-Haushalt benötigt im Jahr 3500 KWh. Diesen Strom kann man “ganz normal” beziehen, z.B. in Düsseldorf für 600 Euro (Flexstrom), aber auch teurer – für 654,10 Euro bei dem günstigsten Naturstromanbieter eprimo. Vielleicht kann die SPD erst einmal ausrechnen, was ihre Wünsche den Bürger kosten, bevor sie Forderungen stellt. 

Im Bundestag sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt heute Morgen zu Recht (sinngemäß): Wer gegen Atomkraft in Deutschland ist, fördert unmittelbar den Weiterbestand maroder Ost-Atomkraftwerke und das große Atomkraft-Know-how in Deutschland droht verloren zu gehen. Was manch einer nicht weiß: Wir leiten häufig Billigstrom aus dem Ausland, vorzugsweise aus Osteuropa, in unsere Netze, wenn wir Leistungspeaks abzudecken haben. Liebe SPD-Genossen, schauen Sie mal bei Greenpeace nach und überlegen mal kurz, was passiert, wenn bei uns im letzten Atomkraftwerk das Licht ausgemacht wird. Gute Nacht!

 

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