Selbstmordattentäterin auf Friedenskurs

April 13, 2008 by  

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Shifa damals (rechts) und heute – Foto: Debbie Hill/Telegraph 

Es war 3:30 Uhr und Shifa al-Qudsi (24) schlief im Haus ihrer Eltern in Tulkarem in der palästinensischen West Bank, als israelische Soldaten die Tür eintraten und sie festnahmen.

Stunden später wäre Shifa als lebende Bombe im israelischen Netanya explodiert. Ein Bombengürtel war ihr bereits angepasst worden, sie sollte aussehen wie eine Hochschwangere. Ein weiterer Selbstmordattentäter hätte sich nach ihr hochgeblasen, nachdem die Rettungsteams angerückt wären.

Seit 2002 wollten sich 80 Palästinenserinnen in die Luft jagen, acht von ihnen gelang es. In zwei Jahren starben 250 Israelis durch Selbstmordattentäter.

Heute ist Shifa 30 Jahre alt. Sie bekam, da keine Explosivstoffe bei ihr gefunden wurden, nur sechs Jahre Haft. Sie nutzte die Zeit, holte den Schulabschluss nach, lernte Hebrew und Englisch. “Soldaten können sich auf dem Schlachtfeld treffen oder am Tisch miteinander reden”, sagt sie heute.

Shifa hätte damals sogar ihre siebenjährige Tochter Diana allein zurückgelassen, ein heute 14jähriges Mädchen. Das Kind stammt aus einer Zwangsehe, die sie mit 16 Jahren mit einem Cousin eingehen mußte, für den sie nichts empfand.

Die verhinderte Selbstmordattentäterin heute: “Ich muß für die Menschen etwas tun, die ich im Gefängnis zurückgelassen habe. Und ich möchte der Welt beweisen, dass wir keine Terroristen sind, dass wir es verdienen, ein Land zu haben. Ich werde den Frieden suchen und darauf hinarbeiten.”

Mal eine positive Geschichte aus den West Banks.

Quelle: Telegraph

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