Komödie: “Ein Käfig voller Narren” – Standing Ovation für engagiertes Ensemble bei Freundeskreis-Premiere

Dezember 1, 2010 by  

Brillant im “Käfig voller Narren”: Heinrich Schafmeister, rechts der kongeniale Partner Bernd E. Jäger van Boxen, links “Zofe” Keith Wilson – Fotos: Kai Schulz

Das war ein wirkliches Amüsement, zuweilen eine heftige Attacke auf das Zwerchfell, die reinste Entspannungsübung. Ein sensationell gut aufgelegtes “Käfig voller Narren”- Ensemble begeisterte gestern Abend (offizielle Premiere ist heute) den Freundeskreis der Komödie an der Steinstraße, der zum Schluss stehend applaudierte.

Die “bislang aufwändigste Produktion”, so Freundeskreis-Vorsitzender Wolfram Eckardt, wurde von einem Orchester im Rang live begleitet und die Schauspieler waren sämtlich mit Spitzenmikrophonen ausgestattet, was insbesondere beim Gesang zum Vorteil geriet.

Die Story des von seinem schwulen Vater Georges (ganz herausragend gespielt von Bernd E. Jäger van Boxen) und seinem tuntigen Lebensgefährten Zaza (Heinrich Schafmeister) erzogenen Jean-Michel (Serkan Temel), der seine Verlobte samt erzkonservativem Vater  seiner nicht ins Normalmaß passenden Familie vorstellen will, wurde dank der leichthändigen Regie von Helmut Fuschl zu einem abendfüllenden Niveau-Kracher.

Ganz grandios präsentierte sich Heinrich Schafmeister, der immer wieder Szenenapplaus erntete und bewies, dass man auch mit seiner Statur und Schuhgröße 44 den flott-tuntigen Auftritt leisten kann. Schafmeister beherrschte dabei die Gratwanderung zwischen Komik und sensibel-überzeugender Rollenverkörperung. Bernd E. Jäger van Boxen als sein Partner, füllte seine Rolle phantastisch aus und der Schlussapplaus war dem für Schafmeister fast ebenbürtig.

Fuschl ist mit diesem Stück ein Volltreffer gelungen, zu dem auch maßgeblich der als tuntige Zofe brillierende Keith Wilson und Holger Petzold als Brautvater beitrugen. Letzterer muss sich an das Tragen eines Frauenkleides in der Schlusszene wohl noch ein wenig gewöhnen.

Bei der Freundeskreis-Premiere gesehen: Otmar Böhmer, Direktor der Kunstsammlung NRW, Christoph Meyer, Intendant der Deutschen Oper am Rhein, Venetia Rebecca, Ex-Venetia Miriam Battenstein, Mutter Gudrun und Bruder Marc, Dr. Susanne Anna (Stadtmuseum). Prof. Dr. Ludwig Bußmann (Vors. d. Freundeskreises Theatermuseum), Clemens Kleine-Geschäftsführer Werner Greb mit Frau Inka, Busunternehmer und Schützenoberst Günther W. Pannenbecker und Frau Uschi und Angola-Konsul Prof. Klaus D. Nielen (Institut für Immobilienwirtschaft).

Tipp: Das Theatercafe, das früher eher Tristesse verströmte, ist unter dem neuen Pächter Wolfgang Gancera, einem Österreicher, zu einem netten kleinen Restaurant geworden, das man gern auch unabhängig von Theaterbesuchen aufsucht. Derzeit ist das Café opulent weihnachtlich dekoriert.

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