1. Düsseldorfer Kunstpreis für Bruce Nauman(15.02.2006)

Februar 15, 2006 by  

Verleihung am 25. März/Neuer Kunstpreis mit 55.000 Euro dotiert
Bruce Nauman, einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler, wird mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Der Preis wurde neu gestiftet und wird in diesem Jahr erstmals verliehen.Er ist mit 55.000 Euro dotiert und zählt damit von Beginn an zu den herausragenden Auszeichnungen im Bereich der Bildenden Kunst.

Die Jury tagte am Donnerstag (9. Februar) im Rathaus und sprach sich einstimmig für den amerikanischen Künstler aus. Oberbürgermeister Joachim Erwin konnte den Preisträger am Freitag in dessen Wohnort Gallisteo in New Mexico erreichen und die Nachricht überbringen. Nauman: „Ich fühle michsehr geehrt und nehme die Auszeichnung mit Freuden an.“ Auch Oberbürgermeister Erwin zeigte sich über das Votum der Jury begeistert: „Ein würdiger erster Träger unseres Kunstpreises.“

In der Begründung der Jury heißt es: Die Landeshauptstadt Düsseldorf zeichnet den amerikanischen Künstler Bruce Nauman in Anerkennung seines komplexen und herausragenden Oeuvres mit dem erstmals verliehenen „Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf“ aus.

Ausgangspunkt für Bruce Naumans Kunst ist von Anfang an die Frage nach Möglichkeiten, Wirkungen und Funktionen der Kunst. Die Suche nach einer Neubestimmung führt Bruce Nauman seit den 60er-Jahren zu einervielschichtigen Auseinandersetzung mit der Identität des Künstlers. Er überträgt die“primary structures“ der Minimal Art von den Objekten auf den eigenen Körper. Sein Interesse richtet sich dabei auf neue Darstellungsformen und damals wenig erprobte Medien, zum Beispiel Körperabdrücke, Performances, Video und Installationen. Alle seine Arbeiten zeichnen sich durch große Intensität aus, wobei sich das Thema gesellschaftlicher Gewalt in ästhetisch übersetzter Aggressivität manifestiert. In vielen seiner Werke – den Korridoren und Räumen vor allem – wird die Selbsterfahrung des Betrachters zum zentralen Anliegen und schlägt sich in der Generierung einer unvergleichlichen medialen Präsens wieder.

Bruce Nauman hat auf Generationen von Künstlerinnen und Künstlern seit den 70er-Jahren nicht nur anregend, sondern auch herausfordernd gewirkt. Seine künstlerischen Strategien weisen eine große Vielschichtigkeit und Eindringlichkeit in der Konzeption der Werke auf, heißt es in der Jury-Begründung abschließend.

Der Jury gehören an: Oberbürgermeister Joachim Erwin (Vorsitzender), Kulturausschuss-Vorsitzender Friedrich Conzen, der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Prof. Dr.Markus Lüpertz (Rektor der Kunstakademie), Jean-Hubert Martin (Generaldirektor der Stiftung museum kunst palast), Prof. Dr. Armin Zweite (Direktor der Kunstsammlung NRW K20/K21), Dr. Karin Schulze (Journalistin/Financial Times Deutschland), Prof. Anthony Cragg (Künstler), Prof. Dr. Hubertus Gaßner (Direktor der Kunsthalle Hamburg) und Tobias Bachmüller (Sammler).

Die erstmalige Verleihung des Düsseldorfer Kunstpreises ist für den 25. März geplant. Der Festakt zu Ehren des Künstlers bildet zugleich den Auftakt für zahlreiche Ausstellungen und Sonderprojekte im Rahmen der „Quadriennale“, die ebenfalls in diesem Jahr erstmals in der Rheinmetropole ausgerichtet wird. Dazu zählen unter anderem Ausstellungen zu ZERO, Caravaggio, Bacon und Munoz. Auch Bruce Nauman zählte von Anfang an zum Kreis der hochkarätigen Quadriennale-Präsentationen. Seine Ausstellung unter dem Titel „Mental Exercices“ wird vom 10. September 2006 bis 14. Januar 2007 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft gezeigt.

Bruce Nauman wurde 1941 in Fort Wayne, Indiana, geboren. Er studierte Mathematik, Physik und Kunst und wendete sich der Bildhauerei, der Performance-Kunst und dem Film zu. Bereits 1968 hatte er eine erste Ausstellung bei der Galerie Konrad Fischer in Düsseldorf (die ihn heute noch vertritt) und 1972 seine erste Retrospektive in Kooperation mit dem Los Angeles County Museum und dem Withney-Museum in New York. Es folgten zahlreiche weitere große Ausstellungen unter anderem in der Saatchi Collection London, im Centre Georges Pompidou, in der Hamburger Kunsthalle, im New Yorker Museum of Modern Art und bei Guggenheim in New York und Berlin. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem Max-Beckmann-Preis (1990), dem Goldenen Löwen auf der Biennale in Venedig (1999) und dem Praemium Imperiale (2004).

Kommentare