„Muslim-Zoff“ in der CDU: Sylvia Pantel greift Thema erneut auf

Mai 9, 2014 by  

Die Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel greift das Thema „Muslim-Streit“ erneut auf. In ihrer Wochenpost aus Berlin thematisiert sie erneut die Diskussion über die Ausschließung der rechtsextremen türkischen „Grauen Wölfe“, die noch begleitet wurde durch die Verfremdung des CDU-Logos mit einem türkischen Halbmond. Sylvia Pantel schreibt:

Eine Schlagzeile in der Dienstagausgabe des Düsseldorfer Express zeigt, wie schwierig eine sachliche Diskussion in unserer Gesellschaft ist. Dort hieß es „Muslim-Zoff in der CDU“. Daneben ein Foto von mir.

Dazu habe ich auch dem Express eine Klarstellung geschickt, die ich Ihnen auch an dieser Stelle zur Kenntnis geben möchte:

Ich warne nicht vor religiösen Menschen – Ich warne vor Extremisten. Radikale türkische Nationalisten sind auf gar keinen Fall mit muslimischen Mitbürgern gleichzusetzen. Es geht nicht um eine Glaubensrichtung sondern um die Einstellung zu unserem demokratischen Staat, unserem Grundgesetz und den Gesetzen und zu unserer Gesellschaft.
Ich möchte in meiner CDU keine Extremisten. Die Grauen Wölfe – eine türkisch-nationalistische Gruppierung – sind dabei nur der aktuelle Anlass der Diskussion. Mit dem grundsätzlichen Problem, dass anscheinend immer mehr Extremisten versuchen sich in anerkannten gesellschaftlichen Institutionen zu engagieren, um so für ihre undemokratischen Ziele zu werben, muss sich die CDU und auch unsere Gesellschaft insgesamt auseinandersetzen, wenn sich nicht grundlegende Koordinaten unseres Zusammenlebens verschieben sollen.

Nachdem die Frauen-Union und die Christlich-Demokratische-Arbeitnehmerschaft (CDA) Düsseldorf in ihren Mitgliederversammlungen Beschlüsse herbeigeführt hatten, die die Unvereinbarkeit von Mitgliedschaften gleichzeitig z.B. in der sog. Ülcüci-Bewegung (Graue Wölfe) einerseits und der CDU andererseits feststellten und schließlich ein Antrag des Stadtbezirksverbandes 6 der CDU Düsseldorf an den Landesparteitag mit gleichem Inhalt vorlag, befasste sich der Kreisvorstand der CDU eingehend mit diesem Thema und fasste am 25.3.2014 einstimmig folgenden Beschluss:

Der Kreisverband der CDU Düsseldorf lehnt alle radikal islamistischen Gruppierungen grundsätzlich ab und hält die Mitgliedschaft in der CDU und gleichzeitig eine Mitgliedschaft in radikal islamistischen Gruppierungen (z.B. Graue Wölfe) für unvereinbar.

In der Konferenz der Kreisvorsitzenden der CDU NRW am 25.4.2014 schlossen sich 54 Kreisvorsitzende diesem Beschluss an und erklärten Entsprechendes für ihren jeweiligen Kreisverband.

Den Antrag des Stadtbezirksverbandes 6 möchte ich an dieser Stelle im Wortlaut zur Kenntnis geben:

Beschluss:
Die CDU ist eine Volkspartei, die fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht und dieses im Sinne einer wehrhaften Demokratie verteidigen will. Daher ist jegliches extremistische Gedankengut in unserer Partei nicht zu dulden. Dies gilt für politische Ideologie des linken und rechten Spektrums, aber auch für religiöse Gesinnungen, die nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbaren sind. Aus welchem Kulturkreis dieses Gedankengut stammt, ist in unseren Augen unerheblich. Deutsche Extremisten haben ebenso keinen Platz in der CDU, wie Gruppierungen, die ihren Bezugspunkt auch außerhalb des deutschen Staatsgebietes sehen. Hierzu gehören beispielsweise die rechtsextremistischen „Grauen Wölfe“.
Der Landesparteitag der CDU NRW beschließt, dass Personen, die sich öffentlich zu den Inhalten oder den Zielen extremistischer Bewegung bekennen und/oder Mitglied eines Vereins oder einer Organisation sind, die eindeutig verfassungsfeindlich ist, nicht Mitglied der CDU werden können.
Bei CDU-Mitgliedern, bei denen ein Bekenntnis oder eine Mitgliedschaft zu einer verfassungsfeindlichen Organisation bekannt ist, soll eine Einzelfallprüfung erfolgen, ob damit der Tatbestand für ein Ausschlussverfahren erfüllt ist.

Begründung:
Als Beispiel sei die oben erwähnte Gruppierung der „grauen Wölfe“ beschrieben. Im Verfassungsschutzbericht des Landes NRW von 2012 heißt es:
„Die Ülkücü-Bewegung ist dem türkischen rechtsextremistischen Spektrum zuzurechnen. (…) Die Ülkücü-Bewegung bzw. die ihr zuzuordnenden Gruppierungen sind durch ein übersteigertes Nationalbewusstsein gekennzeichnet, das die türkische Nation sowohl politisch-territorial als auch ethnisch-kulturell als höchsten Wert ansieht. (…) Je nach Ausrichtung der Gruppierung dominieren islamische, ultranationalistische oder rassistische Inhalte. Das gemeinsame und verbindende Element dieser Bestrebung ist ein auf Hegemonie und imperiale Machtentfaltung ausgerichteter türkischer Nationalismus.“ (S. 170) Ferner heißt es: „Aufgrund der Vielfalt und auch der Vielzahl der hier bekannten Internetauftritte liegt die Vermutung nahe, dass die Ülkücu-Bewegung mit ihren Positionen und Forderungen das Entstehen einer extremistischen, isolierten Jugendbewegung in Deutschland fördert. Insbesondere unter den türkischstämmigen Jugendlichen der zweiten und dritten Migrantengeneration gibt das Erstarken eines übersteigerten türkischen Nationalbewusstseins Anlass zur Sorge, da dies die Integration der Jugendlichen in die Lebens- und Gesellschaftsverhältnisse in Deutschland behindert.“ (S.174).
Diese beiden kurzen Auszüge aus dem Bericht des Verfassungsschutzes machen bereits deutlich, dass die Inhalte der Ülkücü-Bewegung vollkommen unvereinbar mit dem Grundgesetz und den Werten der CDU sind.
Folglich muss Anhängern, beispielsweise dieser Ideologie, eine Mitgliedschaft in unserer Partei verwehrt sein.

Über diesen Antrag ist auf dem Landesparteitag nicht abschließend abgestimmt worden. Ich möchte in meiner CDU grundsätzlich keine Extremisten, weder von links noch von rechts und egal welcher Nationalität.

Kommentare

One Response to “„Muslim-Zoff“ in der CDU: Sylvia Pantel greift Thema erneut auf”

  1. Moritz on Mai 18th, 2014 23:45

    Rasches und konsequentes Handeln der Stadt Mönchengladbach am 10.04.2014 verhinderte, dass die vom Verfassungsschutz beobachtete ultranationalistische und integrationsfeindliche ADÜTDF, besser unter dem Namen Graue Wölfe bekannt, ein Kultur- und Folklorefestival veranstaltete. Ali Kınık, Zafer İşleyen und Şemsimah Şener, drei Kultfiguren der türkischen Musikszene, die mit Engagement ihr Können ganz in den Dienst der Ülkücü-Bewegung stellen und wesentlich zur Popularität der rassistischen Ideologie bei In- und Auslandstürken beitragen, durften am Samstag, dem 12.04.2012 nicht an einer Mönchengladbacher Schule auftreten. Dafür sind wir wie alle freiheitsliebenden Demokraten dankbar.

    Mit Entsetzen stellen wir jedoch fest, dass der Türkische Kulturverein Mönchengladbach und Umgebung (Mönchengladbach Türk Kültür Dernegi), welcher offensichtlich als Strohmann das „Frühlingsfest“ angemeldet hatte, um den tatsächlichen Charakter und wirklichen Veranstalter zu verschleiern, weiterhin auf der Homepage der Stadt Mönchengladbach als Dienstleister für Angebote zur Integration und Migration geführt wird. …

    Wir fordern die Stadt Mönchengladbach daher auf, den Gemeinnützigen Türkischen Kulturverein sofort aus der Liste Anbieter und Angebote zur Integration und Migration zu streichen. …

    Interkulturelles Fest

    … Ein gemeinnütziger Türkischer Kulturverein MG e.V., der mit der genannten Tochterorganisation der Grauen Wölfe Gemeinnütziger Türkischer Kulturverein Mönchengladbach und Umgebung identisch ist, durfte am 23.09.2012 und am 15.09.2013 das Interkulturelle Straßenfest zur Eröffnung der Interkulturellen Woche mitgestalten.

    Wir erwarten von der amtierenden Integrationsratsvorsitzenden, Bundestagsabgeordneten und Trägerin des Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland diesen integrationsfeindlichen Verein von der Teilnehmerliste zu streichen, künftig bei ihren Kooperationspartnern mehr Sorgfalt walten zu lassen und sich laut und vernehmlich von der rechtsextremen und rassistischen Organisation und ihrem gewaltaffinen Gedankengut zu distanzieren. …

    Wahlen zum Integrationsrat

    Durch Vertrauensseligkeit, Sorglosigkeit und Desinteresse hat die Stadt wie geschildert in den letzten Jahren das freie, gleichberechtigte und sichere Zusammenleben aller Mönchengladbacher gefährdet. Doch scheint sich mit der aktuellen Integrationsratswahl ein neues erhebliches Problem aufzutun, 2014 kandidieren offensichtlich drei Graue Wölfe. …

    Turanspor Rheydt, gegr. 2002, versteht sich als Teil der ADÜTDF:

    Zugehörigkeit Almanya Türk Federasyon [Graue Wölfe]

    E.strasse 100, 41061 Mönchengladbach

    Mönchengladbach Türk Kültür Derneğine [Türkischer Kulturverein]

    Drei Vereinsmitglieder stehen auf der Liste der zugelassenen Kandidaten:

    Türkisch-Deutscher Integrationsverbund

    Mit S. Ö. steht laut Amtsblatt Nr. 11 vom 15.04.2014 – Stadt Mönchengladbach ein weiterer für die Integrationsratswahl 2014 durch den Türkisch-Deutschen Integrationsverbund aufgestellter Kandidat der Ideologie der Grauen Wölfe nahe und verlinkt auf seinem Facebook-Konto zur MHP-orientierten Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu (ADÜTDF) ebenso wie zur BBP-treuen Alperen-Bewegung der Stadt Kayseri.

    http://eifelginster.wordpress.com/2014/04/22/377/