Stephan Keller zu Friedrich Merz: „Wenn Sie das nächste Mal nach Düsseldorf kommen, halte ich das Goldene Buch der Stadt bereit“

September 3, 2020 by  

Unterstützung von Friedrich Merz: Dr. Stephan Keller empfing den wahrscheinlich künftigen CDU-Vorsitzenden und -Kanzlerkandidaten auf Gut Aue in Hubbelrath – Fotos: osicom

Vollmond gestern Abend über Gut Aue in Hubbelrath, die Auffahrt gesäumt von vielen Fahrzeugen. Friedrich Merz reist per S-Klasse aus dem heimischen Sauerland an, Dr. Stephan Keller kommt im Wahlkampf-VW-Bus von einem Auftritt. Merz, der Hoffnungsträger der Bundespolitik, Keller der neue Oberbürgermeister Düsseldorfs – wenn der Trend anhält, der ihn schon auf Augenhöhe mit Amtsinhaber Thomas Geisel sieht.

Nach seinem Speech: Friedrich Merz antwortet auf Publikumsfragen, Stephan Keller freut sich über das umwerfende Interesse an dem Sauerländer

Merz ist gekommen, um Keller zu unterstützen, er wird später in einer fulminanten Rede die Zuhörer, Leistungsträger der CDU allesamt, begeistern. Doch erst Keller: Sachlich, aber leidenschaftlich skizziert er seine Politik für Düsseldorf, immer wieder von Applaus unterbrochen.

Die Verkehrspolitik hat er als eines der zentralen Themen ausgemacht, spricht von einem Unternehmer mit 120 Mitarbeitern, der wegen ständiger Staus die Stadt verlassen will. Er spricht das Klima an, das er mit Anpflanzung von 5.000 Bäumen und intelligenten und kostengünstigen Maßnahmen verbessern will.

Da lacht Merz: Ein Schuldirektor, Mitglied der FDP, überlegt laut, „den Verein zu wechseln“ und in die CDU einzutreten

Keller verspricht, die Sicherheit zu erhöhen, etwa indem er den OSD um 150 Mitarbeitern verstärkt, er verweilt länger bei der Bildung, will massiv investieren – Laptops für Eltern und Schüler, IT Support in jeder Schule. Immer wieder Stichworte wie „Innovation“, „Ideen“. Das Bild das er abgibt: Hier ist einer, der kann managen – und er bringt eine Vision für die Stadt mit. Und er unterstreicht, dass er auf Input zählt, auf Teamlösungen.

 

„Immer ehrlich, immer zuverlässig“

 

Im Publikum auch seine Eltern Christel und Gerold Keller. Stolz auf den Sohn? Die Mutter sagt nicht einfach ja, sie sagt: „Er hat seine Sache immer gut gemacht, immer ehrlich, immer zuverlässig.“

Die CDU-Mitglieder im Saal, darunter die MdB Sylvia Pantel und Thomas Jarzombek (CDU-Vorsitzender in Düsseldorf), Friedrich Conzen, die Landtagsabgeordneten Angela Erwin, Olaf Lehne und Marco Schmitz, Junge Union Chef Ulrich Wensel (organisierte mit seinen Leuten die Veranstaltung), Dr. Mathias Höschel (Vorsitzender NRW-Gesundheitsarbeitskreis der CDU), der langjährige CDU-Mann und -Unterstützer Klaus Laepple,  Ratskandidat Ralf Backens ebenso wie Annelies Böcker, mit 81 die älteste im Rat, dem sie bereits seit 1975 angehört.

Stephan Kellers Eltern: Gerold und Christel Keller wohnen in Herzogenrath, aber der Vater legt Wert darauf, dass er in Düsseldorf geboren ist

Als Friedrich Merz auf die Bühne tritt, wird  allen mehr als deutlich: hier ist einer mit Herz und Biss. Er will und kann Kanzler, die Düsseldorfer CDU hat „ihren“ Kandidaten gefunden, das wird am Ende klar, als die CDU-Truppe ihn in der Event-Scheune von Gastgeber Peter Huber wie einen Popstar feiert und sich Aut0gramme holt und mit ihm fotografieren lässt.

Merz sortiert zunächst einmal das Weltgeschehen – 10 Jahre Wachstum in den wesentlichen Wirtschaftsräumen, die Ereignisse, die Beben auslösten, Besetzung der Krim, Krieg in der Ukraine, der Wirtschaftskrieg Chinas, Merkels Parteivorsitz-Verzicht, der Brexit. Merz: „Wir stehen vor politischen Grund- und Richtungsentscheidungen“. 

 

Zu abhängig von USA und China

 

Deutschland sei bei der Sicherheit so abhängig von den USA, wie wirtschaftlich von China. „Das einzige Werk in der EU, das Penicillin herstellt in Österreich, hat Kanzler Kurz gerade vor dem Kauf durch Chinesen bewahrt. Wir haben es mit der Arbeitsteilung auf der Welt zu weit getrieben.“ Er fordert Aufbruch im Lande, spricht das Megaprojekt Seidenstraße an, warnt vor allzu großer China-Dominanz und fordert ein starkes Europa mit konsistenter Politik: „Wir brauchen Debatten über Biotechnologie und Gentechnik und den Energiebedarf unserer Volkswirtschaft werden wir mit Wind und Sonne nicht decken können.“

Die CDU, so Merz, müsse den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen, es fehle an Dynamik und Veränderungsbereitschaft. Der Sauerländer: „Wenn alles so bleiben soll wie es ist, muss sich sehr viel ändern.“ Bei seinen Bemerkungen über Düsseldorf erntet er den größten Applaus, als er in die Tenne donnert, die Stadt dürfe nicht miefig und kleingeistig sein, müsse den Metropolcharakter zurück bekommen, von ihr müssten Ideen und Kreativität ausgehen, sie müsse „zeigen, dass es die Landeshauptstadt ist.“ Dass die Schulen der Stadt nicht flächendeckend WLAN hätten, nennt er anachronistisch.

Zur Frauenquote sagt der Kandidat für den CDU-Vorsitz:“Die CDU ist nicht die Partei der alten weißen Männer, wir müssen uns bemühen, dass mehr Frauen in die Partei eintreten.“ Und die Umweltpolitik, glaubt er, dürfte nicht den Grünen überlassen werden, doch ich möchte, dass wir das mit Wirtschaftskompetenz verbinden.“

OB-Kandidat Stephan Keller dankt Merz herzlich und verspricht: „Wenn Sie das nächste Mal nach Düsseldorf kommen, halte ich für Sie das Goldene Buch der Stadt bereit.“

Häufige Gesprächspartnerin von Merz in Berlin: MdB Sylvia Pantel

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