RWE: „Shopping“ mit System

Mai 17, 2009 by  

Dr. Ulrich Piepel (links) mit Dirk Krüssenberg, Präsident des Marketing-Club Düsseldorf

Der Stromkonzern RWE, ein international operierendes Unternehmen, kauft jährlich Waren und Dienstleistungen in Höhe von 5,7 Mrd. Euro ein. Dr. Ulrich Piepel, Einkaufschef des Unternehmens und Geschäftsführer, präsentierte im Marketing Club Düsseldorf die Einkaufsstrategie des Unternehmens.

Mit Hilfe einer sehr gut strukturierten und anschaulichen Präsentation zog Ulrich Piepel die Zuhörer in seinen Bann. Den Marketeers wurde schnell deutlich, wie sehr die fortschreitende Globalisierung zu Konzentrationsprozessen führte, die auch vor dem Einkauf nicht haltmachen. Durch gezielte Maßnahmen wie die Kostenstrukturanalyse wird knallhart der angemessene Preis einer Dienstleistung oder eines Produktes durch den Einkauf proaktiv errechnet.  Nahezu flächendeckend hat RWE  in In- und Ausland – von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen – eine hocheffiziente Struktur im Einkauf geschaffen, die ihresgleichen sucht.

Innovative Instrumente, wie z.B. die Einführung von E-Auktionen als Maßnahme der Einkaufsoptimierung, sind im RWE-Konzern heute Tagesgeschäft. Während im vergleichbaren Markt nur ca. 18% des Einkaufs katalogisiert sind, hat RWE heute bereits einen Stand von ca. 75 % automatisierter Katalogbestellungen erreicht. Nicht zuletzt dadurch wird ein unkontrolliertes „Maverick Buying“ wirksam verhindert. Die genaue Kenntnis von Kosten und Märkten der einzelnen Warengruppen im Einkauf, die u.a. auf einem hohen Spezialisierungsgrad des jeweiligen Einkäufers beruht, tut ein Übriges zur straffen Aufstellung des RWE-Einkaufs.

Der Düsseldorfer sieht im Einkaufssystem kontinuierlichen Optimierungsbedarf. In seiner Präsentation wurde deutlich, wie viel Einsparungspotenzial in einem Konzern der Größe gegeben ist. Wird etwa nur eine Einsparung beim Einkauf in Höhe von 1 % erzielt, entspricht dies einer Umsatzsteigerung von ca. 14 % beim Verkauf in manchen Branchen. Da Umsatzsteigerung ein Marketing-Thema ist, hat wohl dieser Vergleich die Zuhörer des Vortrags in der Dresdner Bank am meisten überzeugt.

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